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BAWAG schrieb 2020 über ein Drittel weniger Gewinn

Die Ergebnisse der Bank waren 2020 vor allem wegen Risikokosten belastet
Die Ergebnisse der Bank waren 2020 vor allem wegen Risikokosten belastet ©APA
Im Krisenjahr 2020 hat die BAWAG mehr als ein Drittel weniger Gewinn gemacht. Weiterhin bleiben die Risikokosten ein belastender Faktor. Bis zum Ende des Jahres hat die Bank 224,6 Millionen Euro zurückgelegt, davon machten 100 Mio. Euro Reserven für erwartete Kreditausfälle aus. Unterm Strich blieben laut vorläufigen Zahlen 284,2 Mio. Euro übrig, das entspricht einem Gewinnrückgang von 38,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

"2020 war ein Jahr wie kein anderes und wird viele Aspekte unseres Lebens neu definieren", sagte BAWAG-Chef Anas Abuzaakouk am Dienstag. Auch das heurige Jahr werde durch die Coronakrise geprägt sein, vor allem für das zweite Halbjahr 2021 rechnet die Bank jedoch mit dem "Beginn der Normalisierung" der wirtschaftlichen Aktivitäten, hieß es im Ausblick. Für die BAWAG selbst wird für das laufende Jahr ein Wachstum der Erträge um rund zwei Prozent erwartet.

Weiters rechnet die Bank mit einer Reduktion der Risikokosten. Die Reserven für erwartete Kreditausfälle (expected credit loss/ECL) für 2020 seien auf Basis des schwerwiegendsten Szenarios der EZB für die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gebildet worden. Dieses stellte sich jedoch als zu pessimistisch heraus. Dennoch wurden bisher keine Vorsorgen aufgelöst, sondern die Überschüsse in Höhe von 38 Mio. Euro in Form von "Management-Overlays" in dem Posten behalten.

Darüber hinaus liegen die Stundungen aktuell bei unter einem Prozent, begründet die Bank die Erwartung zu den Risikokosten. Zum Jahresende 2020 standen die Stundungen im Privatkundengeschäft (Retail & SME) bei 1,2 Prozent des Portfolios und bei Unternehmenskunden bei 0,2 Prozent (Corporates & Public). Bis Anfang Februar reduzierten sich die Stundungen für Privatkunden bei 0,6 Prozent und für Geschäftskunden bei 0,1 Prozent des Portfolios. Die Quote der notleidenden Kredite (non performing loans/NPL) lag bei 1,5 Prozent (exklusive des laufenden Rechtsstreits mit der Stadt Linz im Swap-Prozess).

Zum Jahresende standen außerdem 59 Mio. Euro an regulatorischen Aufwendungen zu Buche. Darin enthalten sind rund 12 Mio. Euro im Zusammenhang mit der Pleite der Commerzialbank Mattersburg im Burgenland.

Operativ fielen die Ergebnisse durchwachsen aus. Der Nettozinsertrag stieg um 4,2 Prozent auf 916,3 Mio. Euro, während der Provisionsüberschuss um 10,1 Prozent auf 254,8 Mio. Euro zurückging. Die Lockdown-Maßnahmen sowie eine geringere Reisetätigkeit haben laut der Bank das Beratungs- und Transaktionsgeschäft belastet. Die operativen Erträge gingen um 5,5 Prozent zurück, das Ergebnis vor Risikokosten sank um 8,2 Prozent auf 652,6 Mio. Euro. Die Kostenquote - die Quote zwischen Kosten und Einnahmen der Bank - stieg um 1,6 Prozentpunkte auf 44,3 Prozent.

Das Kundenkreditvolumen legte gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent zu. Der Fokus der Bank liegt weiterhin auf der DACH-Region, rund 75 Prozent des Kundenkreditvolumens stamme aus dieser Region, die übrigen 25 Prozent seien dem übrigen Westeuropa und den USA zuzuordnen. An dem Fokus auf entwickelte Länder soll sich auch heuer nichts ändern, teilte die Bank mit.

Die BAWAG will auch weiterhin eine Dividende für die Jahre 2019 und 2020 ausbezahlen. 460 Mio. Euro liegen hierfür insgesamt auf der hohen Kante der BAWAG, davon sind 372 Mio. Euro als reguläre Dividenden für die beiden vergangenen Jahre und 88 Mio. Euro als Sonderdividende für 2020 vorgesehen.

Da die EZB aber bis Ende September weiterhin empfiehlt, von Dividenden weitgehend abzusehen und nur die Ausschüttung sehr geringer Beträge erlaubt, soll nun auf einer außerordentlichen Hauptversammlung (HV) am 3. März zunächst eine Dividende in Höhe von 40 Mio. Euro abgesegnet und noch im ersten Quartal 2021 ausbezahlt werden. Über die verbleibende Summe soll im zweiten Halbjahr bei der ordentlichen HV entschieden werden, eine Auszahlung wird für das vierte Quartal angepeilt.

Unter Berücksichtigung der Dividende belief sich die harte Kernkapitalquote (CET1) der Bank auf 14,0 Prozent (Dezember 2019: 13,3 Prozent), vor Abzug der Dividende lag die Quote bei 16,3 Prozent (2019: 14,4 Prozent).

(APA)

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