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Baustart im Winter erhofft

Lochau - Nach zahlreichen Adaptionen ist das Projekt "Alte Kaserne" wieder auf Kurs. Roland Pircher im "VN"-Interview:

VN: Nach der Bregenzer Stadtvertretungssitzung in der Vorwoche wurde ein wichtiger Punkt im Hotelprojekt abgehakt: die Umwidmung des Kasernengeländes. Welche Hürden gilt es jetzt noch zu nehmen?

Pircher: Der Aspekt der städtebaulichen Konzeption ist jetzt von allen beteiligten Gremien einstimmig bewilligt worden. Nun geht es um die Baueingabe – da sind noch Landeshochbauamt, Uferschutz, Wasser und Kanalisation etc. miteinzubeziehen. Im Moment ist das Architekturbüro Lang & Schwärzler auch mit den Adaptionen des Projekts beschäftigt.

VN: Bregenz hat den Plänen ja nur in adaptierter Form zugestimmt.

Pircher: Richtig. Es wurde ein übergeordneter Planungsbeirat ins Leben gerufen. Das war auch eine sehr gute Idee. Diese Zeit hat es gebraucht. Und vor allem war es gut, alle Zuständigen einmal an einen Tisch zu bringen.

VN: Hatten Sie in den jüngsten Verhandlungen mit dem Planungsbeirat nicht das Gefühl, zu viele Kompromisse eingehen zu müssen, um das Hotelprojekt überhaupt zum Laufen zu bringen?

Pircher: Nun, ich sehe das so: Kompromisslos kann man vielleicht sein, wenn es um ein Einfamilienhaus geht, da funktioniert das möglicherweise. Bei einem Projekt dieser Dimension kann man das nie sein. Wir sind von Anfang an Kompromisse eingegangen. Aber immer nur so weit, wie es mit unserer Vision von Qualität verträglich war. Heute sind wir an einem Punkt, an dem ich sagen kann, dass diese adaptierte Form des Projekts für uns sehr gut vertretbar ist.

VN: Gehen wir einmal von der letzten Projektfassung und der aktuellen aus – was hat sich konkret geändert?

Pircher: Das Wohngebäude im Westen wurde gegenüber den ursprünglichen Überlegungen zusammengeführt und um zwei Stockwerke reduziert. Der südliche Neubau wird verkürzt, verkleinert und anders situiert – also um 90 Grad gedreht. Wir haben also im Westen eine größere Fläche, im Süden etwas weniger.

VN: Das achtstöckige Gebäude wird es also nicht geben. Da fehlen Ihnen ja nun zwei Stockwerke – wie viel Fläche geht Ihnen damit verloren?

Pircher: Das lässt sich noch nicht quantifizieren. Natürlich haben wir bei jeder Beschneidung Schmerzen. Aber wir sehen es als Gesamtprojekt, das eine Chance für Lochau bietet. Für uns ist das so okay. Es bietet die gleiche Qualität.

VN: Auch die gleiche Wirtschaftlichkeit?

Pircher: Das natürlich nicht. Aber man beginnt immer mit einer Wirtschaftsanalyse, die sich im Lauf der Zeit ändert.

VN: Man kann aber davon ausgehen, dass die jetzige Konzeption noch ausreichende ökonomische Vorteile birgt . . .

Pircher: Ja, das schon.

VN: In welche Richtung geht die Architektur? Welche Materialien darf man sich erwarten?

Pircher: Das ist Sache der Architekten. Die haben da grundsätzlich alle Freiheiten. Natürlich wurde auch das im Planungsbeirat diskutiert.

VN: Wie sieht es mit den Betreibern von Hotel und Gesundheitszentrum aus – können Sie Namen nennen?

Pircher: Nein. Da stecken wir in den Verhandlungen und haben Stillschweigen vereinbart. So viel lässt sich sagen: Wir verhandeln mit einem Hotelier, der in Österreich präsent ist – ein bekannter Name. Beim Gesundheitszentrum ist es dasselbe. Mehrere hochqualifizierte Vorarlberger Ärzte arbeiten an einem Konzept.

VN: Werden Sie auch Vorarlberger Unternehmen für den Bau verpflichten?

Pircher: Ja, ganz bestimmt. Wir haben im Land bereits sehr gute Partner – das Projekt bringt sicher Impulse für die Vorarlberger Bauwirtschaft.

VN: Wann werden die Bagger vorfahren?

Pircher: Wir hoffen schwer, dass die Bauverhandlungen im November abgeschlossen sind. Dann könnten wir im Dezember starten. Sollte das nicht klappen, würde uns das um ein Jahr zurückwerfen. Dadurch, dass wir mit dem Bau der Tiefgarage beginnen müssen, kommt als Baustart nur der Winter in Frage, wenn der Wasserspiegel des Bodensees am niedrigsten ist.

„Am Kaiserstrand“

Geschichte: Das mittlerweile als „Alte Kaserne“ bekannte Gebäude in Lochau war ursprünglich als Hotel konzipiert: Von 1910 bis 1933 wurde es von Georg Hauber und später anderen Hoteliers als „Kaiser-Strand-Hotel“ geführt. 1941 wurde es unter der deutschen Zollverwaltung zur Reichszollschule umgebaut, 1954 vom Österreichischen Bundesheer übernommen.

  • 2005 erwarb Projektart Feldkirch das Gebäude (Kaufpreis 6,8 Mill. Euro)
  • Veranschlagte Bauzeit: etwa 24 bis 30 Monate
  • Gesamtinvestitionsvolumen:
  • 45 Mill. Euro
  • Geplante Eröffnung: Frühjahr 2010
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