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Banküberfall in Feldkirch-Tisis: Der elfte Coup des Postkarten-Räubers?

Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um den elften Überfall des "Postkarten-Räubers" handelt.
Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um den elften Überfall des "Postkarten-Räubers" handelt. ©VOL.AT/Hofmeister
Feldkirch. Am Donnerstag kurz vor Mittag wurde die Sparkasse in Feldkirch-Tisis überfallen. Eine Sofortfahndung der Polizei blieb zunächst erfolglos, man hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung. Die Ermittler schließen nicht aus, dass es sich um den "Postkartenräuber" handelt. Es wäre bereits sein elfter Banküberfall seit 2008.
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Nach Angaben der Polizei betrat ein bislang unbekannter, maskierter Mann um 11:50 Uhr die Bank und bedrohte die Angestellten mit einer grau/silberfarbenen Pistole. Angaben zu Beute gab es zunächst nicht.

“Gehen vom Postkarten-Räuber aus”

Wie unser Reporter vor Ort in Erfahrung bringen konnte, flüchtete der Bankräuber nach dem Überfall zu Fuß vom Tatort in Richtung Landeskrankenhaus Feldkirch. Möglicherweise nützte der Täter aber auch ein Fahrrad, das er vor der Tat in unmittelbarer Nähe abstellte. Der Polizeihubschrauber “Libelle” unterstützte die Fahndung im engen Umkreis aus der Luft und kreiste im Tiefflug über Feldkirch.

Fahndung ergebnislos eingestellt

Eine landesweit ausgerufene Alarmfahndung wurde nach einer guten Stunde wieder eingestellt, die Fahndung konzentrierte sich zunächst auf das Feldkircher Stadtgebiet, ehe die Suche am Nachmittag auch hier ergebnislos eingestellt wurde.

Die Spurensicherung nimmt ihre Arbeit auf. (VOL.AT/Rauch)
Die Spurensicherung nimmt ihre Arbeit auf. (VOL.AT/Rauch) ©Die Spurensicherung nimmt ihre Arbeit auf. (VOL.AT/Rauch)

Die Sparkassen-Filiale in Feldkirch-Tisis wurde erst vor knapp zwei Jahren im April 2014 zum letzten Mal überfallen. Mehr dazu: “Banküberfall in Feldkirch – Täter flüchtig”

Personenbeschreibung

Der Flüchtige ist etwa 185 cm groß, älter als 40 Jahre und sprach Vorarlberger Dialekt. Bekleidet war er mit einer blauen Jogginghose, einem blau-grauen Oberteil mit auffallend hellem Muster und braunen Schuhen. Der Räuber trug beim Überfall eine weiße Stoffmaske und hatte eine rote Tragetasche der “Vorarlberger Nachrichten” bei sich.

Fotos der Überwachungskamera in der Bank. (Polizei)
Fotos der Überwachungskamera in der Bank. (Polizei) ©Fotos der Überwachungskamera in der Bank. (Polizei)

Fahndungsaufruf der Polizei – Belohnung ausgesetzt

Bis Donnerstagnachmittag hatten die ermittelnden Beamten keine heiße Spur, sei es durch eigene Ermittlungen oder Hinweise aus der Bevölkerung. Allerdings gehe man Hinweisen nach, dass der Bankräuber mit einem Fahrrad zum Tatort kam und dieses in der Nähe abstellte.

Die Ermittler des Landeskriminalamts richten sich mit folgendem Aufruf an die Bevölkerung:

  • Wer hat eine verdächtige Person mit dem auffälligen blau-grauen Muster (s. Foto oben) Pullover, möglicherweise auf einem Fahrrad, kurz vor 11:50 Uhr im Umfeld der Bank gesehen?
  • Kennt jemand eine Person, die solch einen Pullover besitzt?

Hinweise werden vertraulich behandelt. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Postkarten-Räubers führen, ist eine Belohnung von 3.500 Euro ausgesetzt. Hinweise zum Flüchtigen nimmt die Polizei über den Notruf 133 oder an das Landeskriminalamt (Tel. 059133 – 80 3333) entgegen.

Hat der Postkartenräuber wieder zugeschlagen?

Laut Horst Spitzhofer, Pressesprecher der Vorarlberger Landespolizeidirektion, könne davon ausgegangen werden, dass es sich bei dem Flüchtigen um jenen Serientäter handelt, der in Vorarlberg als “Postkartenräuber” berühmt-berüchtigt ist.

Elf Banküberfälle seit 2008

Sollte das zutreffen, wäre das der bereits elfte Überfall des Gesuchten. Der Mann trat erstmals im August 2008 auf, als er eine Sparkassenfiliale in Feldkirch-Altenstadt überfiel. Im März 2009 soll er die Postgeschäftsstelle in Feldkirch-Altenstadt beraubt haben. Im Mai 2009 schlug er in der Post in Dornbirn-Haselstauden zu, im Juli 2009 in der Sparkasse Bregenz-Weidach.

Es folgten zwei Überfälle auf die Post in Feldkirch-Tisis im Jänner und August 2010. Im Juli 2012 überfiel er die Volksbankfiliale in Bregenz-Vorkloster, dann folgte eine zweijährige Pause. Im Mai 2014 beraubte er die Sparkassenfiliale in Dornbirn-Hatlerdorf sowie im Dezember 2014 die Post in Schwarzach (Bezirk Bregenz) sowie die Sparkasse in Lochau im Februar 2015.

Überblick: Die lange “Karriere” des Postkarten-Räubers

Postkarte an die Polizei: “Komme wieder”

In den Medien wurde der Gesuchte als “Postkarten-Räuber” bekannt, da er sich zweimal per Postkarte bei den Ermittlern meldete: “Das war noch nicht alles. Komme wieder”, schrieb er unter anderem und hielt offensichtlich Wort. Auch die Einrichtung einer Sonderkommission brachte 2009/10 nicht den erhofften Erfolg. (red)

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