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Banküberfall zu drei Jahren Haft verurteilt

Ein 47-jähriger Vorarlberger Bankräuber ist am Freitag vor dem Feldkircher Landesgericht zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Ein Jahr davon wurde unbedingt ausgesprochen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Bei der Tat am 29. Dezember 2004 ging der 47-Jährige wenig professionell zur Sache. Mit vier Gläsern Bier hatte sich der Mann in der Früh Mut angetrunken und war mit dem Bus nach Schruns im Montafon gefahren, wo er maskiert und mit einer Pistole bewaffnet die örtliche Volksbank überfiel.

Die Bankangestellte nahm den Arbeitslosen zunächst nicht sonderlich ernst. Als er 5.000 Euro von ihr forderte, empfahl sie ihm die Aufnahme eines Kredits. Doch nun wurde der Mann aggressiv und spannte den Abzug seiner Pistole. Mit 17.000 Euro ergriff er zu Fuß die Flucht, setzte sich auf ein Bier in eine nahe gelegene Gaststätte, und bezahlte einen Teil seiner Schulden im Ort. Noch am gleichen Abend wurde der gebürtige Kärntner gefasst. Er legte ein umfassendes Geständnis ab.

Das Motiv des Mannes für den Raubüberfall waren 30.000 Euro Schulden und akuter Geldmangel. Seine schwer erkrankte Frau lebt seit 2003 im Pflegeheim, 2004 war sein Haus zwangsverkauft worden. Wegen erhöhter Leberwerte verlor der 47-Jährige auch noch seine Saisonarbeit als Liftangestellter. Von Notstandshilfe allein konnte der Mann, der täglich eine Kiste Bier konsumiert, nicht leben.

Mildernd fiel für den 47-Jährigen ins Gewicht, dass er sich laut ärztlichem Gutachten von Primar Reinhard Haller zum Tatzeitpunkt in einem ausgeprägten depressiven Erschöpfungszustand befand und nur eingeschränkt zurechnungsfähig war. Ob die Staatsanwaltschaft in Berufung geht, ist noch offen. Auch der Angeklagte nahm Bedenkzeit.

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