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Ball der Abschiede: So wurde der Wiener Opernball 2020 gefeiert

Das war der Wiener Opernball 2020.
Das war der Wiener Opernball 2020. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Mit einem "Ball der Künstler" verabschiedete sich Organisatorin Maria Großbauer am Donnerstagabend von den Gästen des Wiener Opernballs. Als Motto wählte sie die Königin der Nacht aus der Mozart-Oper "Die Zauberflöte", die dunkle Figur zog sich auch wie ein roter Faden durch die Staatsoper.
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Es gab auch eine Premiere am Wiener Opernball: Erstmals sangen die Debütanten - und zwar das internationale "Lalala".

"Die Eröffnung war großartig"

An der Spitze des offiziellen Österreichs war Bundespräsident Alexander Van der Bellen in die Oper gekommen. "Die Eröffnung war großartig, die Choreografie war perfekt, die Debütanten schön und diszipliniert", sagte das Staatsoberhaupt der APA. "Es gibt jedes Jahr etwas neues, letztes Jahr die Hebefigur, heuer haben die Debütanten gesungen", freute sich Ehefrau Doris Schmidauer. In der Loge des Bundespräsidenten gab es am Donnerstagabend regen Andrang. "Wir freuen uns, dass uns so viele Leute besuchen", sagte Schmidauer.

Viele Minister und Künstler am Wiener Opernball 2020

APA

Vor allem türkise Minister waren am Ball stark vertreten. In der Loge von Wirtschaftsminister Gernot Blümel war etwa den ehemaligen Life Ball-Organisator Gery Keszler zu Gast. Die prominenteste Begleitung hatte sich die als tanzfreudig bekannte Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) geangelt, nämlich den griechischen Vizepräsidenten der EU-Kommission, Margaritis Schinas. Die höchste Vertreterin der Grünen war Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek, die die Künstler auf dem Ball im Vordergrund sah. Auch der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) besuchte den Ball.

Stark vertreten waren die Künstler: Neben dem zahlreich erschienenen Opern-Ensemble tanzten unter anderen auch Nicholas Ofczarek, Cornelius Obonya, Maria Happel, Nina Proll - die auch einen Auftritt als Sängerin am Ball hatte - Gregor Bloeb, Stefan Ruzowitzky, Christian Ludwig Attersee, Florian Teichtmeister und Sunnyi Melles an. "Rummel in einer gewissen Dosis ist nett", meinte der Oscar-Preisträger Ruzowitzky ("Die Fälscher"). "Zumindest ein paar Mal im Jahr", lautete sein Zusatz.

Wiener Opernball 2020 im Zeichen der Königin der Nacht

Die Eröffnung stand dann ganz im Zeichen der Königin der Nacht. Nach dem Einzug der 144 Debütanten-Paaren - darunter erstmals ein gleichgeschlechtliches weibliches Paar - verdunkelte sich der Ballsaal während der Eröffnung kurzfristig zum Nachtgarten der dunklen Märchenfigur. Beleuchtet wurde der Garten von sternförmigen Logengestecken im großen Ballsaal, in die insgesamt 15.000 Lämpchen eingearbeitet wurden. Auch die Blumensträuße der Debütanten waren mit kleinen Leuchten ausgestattet. Umrahmt wurde das Schauspiel von zwei ausladenden leuchtenden Mond-Skulpturen der Bühnenbildnerin Agnes Hasun.

Dirigent James Conlon: "Freue mich, helfen zu können"

Unter der musikalischen Leitung von James Conlon, der für den verhinderten Daniel Harding einsprang, ging es dann mit der Ouvertüre aus der Mozart-Oper weiter. "Ich freue mich, helfen zu können", sagte Conlon der APA. Viel Zeit hatte Conlon aber nicht, da er am nächsten Tag schon wieder zu einer Aufführung nach Rom eilen musste.

Applaus für Aida Garifullina und Piotr Beczala

APA/HELMUT FOHRINGER

Viel Applaus gab es für die Starsänger Aida Garifullina und Piotr Beczala: Beczala sang am Ball die Arie "E Lucevan Le Stelle" aus der Oper "Tosca", mit der er in der vergangenen Saison in Staatsoper umjubelt debütiert hat. Danach warf er sich mit seiner Frau ins Ballgetümmel. "Der Ball ist in Österreich verglichen an den Zuseherzahlen größer als der Super Bowl", meinte er zur APA. Die Sopranistin Garifullina gab "Sempre libera" aus "La traviata" zum Besten.

Debütanten sangen am Wiener Opernball

Bevor der Ballsaal mit einem gemeinsamen "Alles Walzer"-Ruf freigegeben wurde, zeigten die Debütanten noch ihre fleißig einstudierte Eröffnungschoreografie - samt der textlich machbaren "Lalalala"-Gesangseinlage bei der Bauernpolka von Johann Strauß. Dies absolvierten sie bravourös und bekamen den verdienten Applaus der Ballgäste sowie großes Lob von der Ballorganisatorin Großbauer. Der geheime Wunsch von Großbauer, dass die Besucher in das "Lalalala" mit einstimmen, erfüllte sich aber nicht.

Abschied von Maria Großbauer und Dominique Meyer

Abschied nehmen hieß es sowohl von Dominique Meyer als auch Maria Großbauer. Meyer wechselt mit Ende der Saison an die Mailänder Scala, womit Großbauer, die sich vor allem dem Direktor verbunden fühlte, ebenfalls die Organisation abgab. Großbauer verabschiedete sich musikalisch: Die studierte Saxofonistin spielte im Duett gemeinsam mit Nils Landgren (Posaune) und der Bernd Fröhlich Bigband im großen Saal in der Wiener Staatsoper einen Abschieds-Song - gekleidet in einen Damen-Frack. "Mit dem berühmten Duke Ellington-Jazzstandard 'In a Sentimental Mood' sage ich musikalisch Danke und Auf Wiedersehen", so die Organisatorin.

Bis zu 1,506 Millionen sahen Opernball-Übertragung des ORF

Der Opernball ist auch im Fernsehen wieder auf großes Interesse gestoßen. Bis zu 1,506 Millionen Zuschauer wollten sich am Donnerstagabend die ORF 2-Übertragung nicht entgehen lassen.

"Die Eröffnung" ab 21.40 Uhr verfolgten im Schnitt 1,378 Millionen bei einem Marktanteil von 49 Prozent, so der ORF. Den Einzug der Gäste über den Red Carpet und die Feststiege sowie die Schnitzeljagd von Mirjam Weichselbraun, Teresa Vogl und Alfons Haider durch das Haus am Ring verfolgten um 21.10 Uhr im Schnitt 1.245.000 Zuschauer. Das auf die Eröffnung folgende Fest sahen ab 23.05 Uhr durchschnittlich 896.000 bei einem Marktanteil von 48 Prozent.

Insgesamt waren 2,442 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer bzw. 32 Prozent der österreichischen TV-Bevölkerung ab zwölf Jahren beim "Opernball"-Abend dabei, so der ORF. "Alles Walzer" hieß es gestern aber nicht nur in Österreich: Auch 3sat und der BR übernahmen die ORF-Bilder aus der Wiener Staatsoper. Besonders gut genutzt wurde auch hier die Eröffnung mit 690.000 Zuschauern auf 3sat und 790.000 beim BR.

Alle Infos und Bilder zum Wiener Opernball 2020

(APA/Red)

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