Bald Kurzarbeit bei Hirschmann

Rankweil - Auch am Mittwoch brachten die Verhandlungen zwischen der Ge­schäftsleitung von Hirschmann in Rankweil, dem Betriebsrat und Vertretern der Gewerkschaft Metall, Textil, Nahrung sowie der Gewerkschaft der Privat­angestellten, keine Einigung über die Dauer der sogenannten "Behaltezeit".

Das ist jener Zeitraum, innerhalb dem nach Beendigung der Kurzarbeit ein Mitarbeiter nicht gekündigt werden darf. Hirschmann will wie berichtet am 1. Februar 2009 Kurzarbeit einführen. Die Dauer der Behaltezeit ist zwischen der Wirtschaftskammer und der Gewerkschaft umstritten. Der Stellvertretende Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten, Karl Proyer, sprach nach den Verhandlungen gestern gegenüber den „VN” von „konstruktiven Gesprächen”. Es habe zwar noch keine endgültige Einigung gegeben, doch werde eine „vernünftige Lösung” bis morgen, Freitag, Mittag angestrebt.

Harter ÖGB-Standpunkt

Proyer machte gegen­über den „VN” den gewerkschaftlichen Standpunkt aber deutlich: Es sei kollektivvertraglich vereinbart, dass die Behaltezeit so lange dauern muss, wie zuvor die Kurzarbeit. Bei z. B. sechs Monaten Kurzarbeit habe also auch die anschließende Behaltezeit sechs Monate zu betragen. Proyer: „Das hat österreichweit Gültigkeit und, weil das keine disponible Regelung ist, ist dieser Punkt auch nicht verhandelbar.” Proyer stellt sich damit gegen den Vorarlberger Gewerkschaftsvorsitzenden Norbert Loacker, der gegenüber den „VN” bei längeren Kurzarbeitszeiten eine gleich lange Behaltezeit in der Praxis als nicht zielführend bezeichnet hatte. Der Vorarlberger Wirtschaftskammer-Präsident Manfred Rein hingegen will überhaupt keine zusätzliche Behaltezeit. Seiner Meinung nach seien die Beschäftigten durch die bestehenden Kündigungsfristen ohnehin ausreichend geschützt.

Kurzarbeit steigt

Insgesamt steigt die Kurzarbeit in Österreich dramatisch an. Kein Tag vergeht ohne Meldungen über neue Kurzarbeiten. Das Arbeitsmarktservice (AMS) rechnet damit, dass im 1. Quartal 2009 rund 26.000 Beschäftigte kurzarbeiten werden. Prognosen über die weitere Entwicklung seien nicht so leicht möglich, heißt es in der AK. Denn sollte kein Ende der Krise absehbar sein, werden die Unternehmen voraussichtlich eher kündigen, als die Kurzarbeit zu verlängern. Per 1. Februar wird die Kurzarbeit in Österreich flexibler. Unternehmen können künftig statt maximal ein Jahr 18 Monate kurzarbeiten. Darüber hinaus kann Kurzarbeit in Zukunft mit Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen gekoppelt werden. Mit der Flexibilisierung der Kurzarbeit sollen vorzeitige Kündigungen vermieden werden, denn ein Arbeitsloser kostet so viel wie drei Kurzarbeiter.

 

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