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Bahnunglück noch ungeklärt

Feldkirch - Die Erhebungen der Staatsanwaltschaft Feldkirch nach dem tragischen Zugunglück Ende Dezember in Lochau sind nach wie vor im Gange.    

Bei dem Unglück kamen zwei Polizeibeamte und ein Bestatter ums Leben.

„Bild verschaffen“

„Der Fall liegt noch beim zuständigen Untersuchungsrichter“, erklärte gestern Dr. Franz Pflanzner, Leitender Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft Feldkirch, auf Anfrage der „VN“. „Die Vorerhebungen laufen noch.“ Gegen welche Personen ermittelt wird, wollte Pflanzner nicht mitteilen. Nach wie vor gehe es darum, sich in dieser sehr komplexen Situation „ein Bild“ zu verschaffen.

Das Unglück ereignete sich am 29. Dezember. Die Polizisten Herlinde Kempf (32) und German Baldauf (63) standen gemeinsam mit Bestatter Manfred Petschenig (47) auf den Gleisen zwischen Lochau und Bregenz. Sie waren dabei, Spuren eines 18-Jährigen zu sichern, der wenige Stunden zuvor im Morgengrauen bei einem Unfall von einem Zug erfasst und getötet worden war.

Von Eurocity erfasst

Während der Unfallaufnahme hatten bereits mehrere Regionalzüge die Unglücksstelle im Schritttempo passiert. Die Polizei hatte die Arbeiten vorschriftsgemäß bei der ÖBBBetriebszentrale in Innsbruck gemeldet und ein Vorbeifahren mit 20 km/h vereinbart.

Der Eurocity 195 von München nach Zürich näherte sich den Beamten aber ungebremst mit 80 bis 100 km/h und erfasste die drei auf den Gleisen stehenden Personen. Sie waren sofort tot. Überlebenschance hatten sie keine. Wie es zu der Tragödie kommen konnte, wird nun untersucht. Allein zwölf Spurensicherer protokollierten jedes Detail an der Unfallstelle, die direkt zwischen dem Bodenseeufer und der dicht befahrenen Bregenzer Straße liegt.

“ Keine Information“

Der Lokführer aus dem Bezirk Feldkirch – er hatte den Zug erst in Lindau übernommen – sagte aus, nichts von den Polizisten auf den Gleisen gewusst zu haben. „Ich hatte diese Information nicht“, sagte der Mann. Die ÖBB bestätigten nach internen Untersuchungen, dass der Lokführer ahnungslos gewesen sein dürfte: „Es muss zu Kommunikationsproblemen gekommen sein.“

Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Feldkirch über die weitere Vorgehensweise wird laut Staatsanwalt Franz Pflanzner „nicht vor Ostern“ fallen.

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