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Bahnfahrer als lachende Dritte

Der umgebaute Westbahnhof in Wien wurde gestern eröffnet.
Der umgebaute Westbahnhof in Wien wurde gestern eröffnet. ©APA
Bregenz - Die ÖBB und die WESTbahn liefern sich eine Preisschlacht vor Weihnachten – sehr zur Freude der Kunden.
Vergünstigste ÖBB-Tickets
Westbahnhof in neuem Glanz

Konkurrenz belebt das Geschäft. Diese Erkenntnis gilt mehr denn je auch für die Eisenbahn. Seit die ÖBB durch das Privatunternehmen WESTbahn, das ab 12. Dezember eine Zugverbindung auf der Strecke Wien–Salzburg anbieten wird, Konkurrenz bekommen hat, purzeln die Preise. Profitieren können dabei auch Vorarlberger Bahnbenützer.

Einschränkungen

Das Angebots-Match eröffneten gestern die ÖBB. Anlässlich der Eröffnung des umgebauten Westbahnhofs in Wien warf das staatliche Unternehmen 25.000 Aktions-Tickets, gültig für die gesamte Westbahnstrecke (Wien – Bregenz), zum Stückpreis von 15 Euro (einfache Fahrt) auf den Markt. Die Aktion läuft bis zum 31. Jänner 2012 – sofern es bis dahin noch Fahrkarten gibt. Ausgenommen von der Aktion sind allerdings der 26. 11., der 3. 12., der 10. 12. und der 17. 12. (jeweils Samstage) sowie Freitage, Sonn- und Feiertage als auch EN- und Nachtzüge. Zum Vergleich: Der normale Ticketpreis ohne Ermäßigung für einen Erwachsenen für die einfache Fahrt von Wien nach Bregenz bzw. umgekehrt beträgt 64,30 Euro. „Wir wollen mit diesem Angebot neue Kunden gewinnen“, formuliert der Vorarlberger Regionalmanager für den Personenverkehr, Gerhard Mayer (55), die offizielle Begründung für das Angebot. „In den Wochen vor Weihnachten verzeichnen wir normalerweise 4000 bis 5000 zusätzliche Zugfahrten nach Wien. Natürlich werden da durch unsere Kundenberater auch Pakete mit Übernachtungen verkauft. Durch dieses Angebot wollen wir uns als gute Alternative zum Auto und zum Flieger präsentieren. Jetzt braucht man mit dem Zug noch sieben Stunden nach Wien, kommendes Jahr nur noch sechseinhalb“, streicht Mayer die Vorzüge der ÖBB heraus.

Der Konter

Mit dem neuen Konkurrenten WESTbahn habe das derzeitige Angebot nichts zu tun. „Die fahren ja erst ab 12. Dezember. Bis dahin sind wahrscheinlich schon fast alle Angebotstickets weg“, so Mayer. Anders beurteilt wird die Situation von WESTbahn. Diese konterte gestern mit einem noch besseren „Zuckerl“. Das private Unternehmen bietet Tickets von Wien nach Salzburg (und umgekehrt) um 7,50 Euro an. Ohne Einschränkungen. „Das ist aus unserer Sicht auch als Hinweis zu interpretieren, dass die ÖBB ihr Angebot auch auf die subventionierte Strecke Bregenz – Salzburg erstreckt“, erklärt WESTbahn-Geschäftsführer Stefan Wehinger. Es seien bereits rechtliche Schritte gegen die ÖBB eingeleitet. Für Wehinger ist klar: „Man kann nicht solche Angebote machen und gleichzeitig Subventionen beziehen.“ Der Kunde würde freilich vom Wettbewerb profitieren.

Eröffnung

Ein Feiertag herrschte gestern am Wiener Westbahnhof. Dort wurde die umgebaute „BahnhofCity Wien West“ mit einem neuen Shopping- und Gastronomiezentrum ihrer Bestimmung übergeben. Profitiert hat von dieser Eröffnung auch die Vorarlberger ÖBB-Kundin Erika Schumacher. Sie wurde vor dem Kauf einer Fahrkarte nach Wien gestern am Bregenzer Bahnhof von Gerhard Mayer überrascht und bekam das Ticket geschenkt.

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