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Badeunfälle – Warum häufig Kinder betroffen sind

Bei den aktuell steigenden Temperaturen strömen viele Familien in Schwimmbäder und zu Badeseen. Doch ist gerade bei Kindern große Vorsicht geboten, denn vor allem Kleinkinder verletzen sich bei Badeunfällen sehr häufig.
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Durchschnittlich ertrinken fünf Kleinkinder im Jahr, doch müssen rund 2.000 aufgrund von Badeunfällen im Spital behandelt werden. Das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) gibt daher Tipps und Hinweise für einen sicheren Badeausflug mit der Familie.

Jedes Jahr ertrinken in Österreich durchschnittlich 80 Menschen. Darunter sind auch immer wieder viele Kleinkinder. Leichte Verletzungen und Blessuren bei Kleinkindern entstehen typischerweise durch Zusammenstöße auf der Wasserrutsche oder durch Stürze. Die größte Gefahr ist jedoch das Ertrinken, das nicht zu unterschätzen ist.

Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Prävention im KFV rät insbesondere zur Vorsicht bei Schwimmhilfen: „Wasserspielzeuge wie aufblasbare Tiere, aber auch Schwimmreifen und Luftmatratzen sind als Schwimmhilfen äußerst ungeeignet, denn diese schützen nicht vor Durch‐ oder Abrutschen von Kindern und vermitteln oft fälschlicherweise den Eindruck von Sicherheit.“

Problemfall Schockstarre

Wassertiefen von 10 bis 20 cm reichen vollkommen aus, um Kleinkindern zum Verhängnis zu werden. Durch den verhältnismäßig schweren Kopf und die ungeübte Muskulatur ist es für Kinder unter fünf Jahren nahezu unmöglich, den Kopf eigenständig aus dem Wasser zu ziehen. Noch dazu fehlt den meisten Kindern in diesem Alter jegliche Schwimmerfahrung. Oft fallen Kinder in einer solchen Notsituation in eine Schockstarre, die auch die Atemwege blockiert. „Das große Problem ist, dass Kleinkinder meist nicht auf sich aufmerksam machen können. Sie gehen lautlos unter, ohne mit den Armen zu schlagen oder sichtbar gegen ein mögliches Ertrinken anzukämpfen“, so Robatsch. „Es ist daher enorm wichtig, dass Eltern ihre Kinder zu keiner Zeit unbeobachtet lassen. Auch nicht, wenn im Haus zum Beispiel das Telefon klingelt!“ 

Technische Hilfsmittel reichen oft nicht aus

Ein technisches Hilfsmittel, das fälschlicherweise hohe Sicherheit vermittelt, ist zum Beispiel der sogenannte Pool‐Wächter, der an der Wasseroberfläche schwimmt und bei Wellengang alarmiert. Fällt ein Kind ins Wasser, wird Kontakt ausgelöst und das Gerät schlägt Alarm. Robatsch sieht darin jedoch keinen ausreichenden Schutz: „Die Fehleranfälligkeit bei solchen Geräten ist groß. Außerdem vergeht häufig zu viel Zeit bis der Alarm wahrgenommen und das Kind gerettet wird. Im Ernstfall geht es um Sekunden.“

Erwachsene tendieren zur Selbstüberschätzung und Überanstrengung

Doch Badeunfälle beschränken sich längst nicht nur auf Kleinkinder. Neben Risikounter‐ und Selbstüberschätzung, kann es vor allem für ältere Menschen gefährlich werden, wenn sie sich vor dem Sprung ins kalte Wasser zu lange aufheizen. Wetterumschwünge verstärken dieses Problem. Der schnelle Temperaturwechsel wirkt schnell überbelastend und führt zu Kreislaufproblemen, Kälteschock oder Bewusstlosigkeit und kann in weiterer Folge zum Ertrinken führen. Der menschliche Organismus reagiert auf den Kontakt mit kaltem Wasser bereits ab 20 °C Wassertemperatur. Eine niedrigere Wassertemperatur hat noch extremere Auswirkungen.

Erste Hilfe bei Badeunfällen

Das Wissen über Erste Hilfe und ihre Anwendung in Notfallsituationen ist essentiell und kann Leben retten. „An erster Stelle steht trotzdem immer die Eigensicherung. Erst wenn diese gewährleistet ist, sollte mit der Ersten Hilfe begonnen werden,“ gibt Robatsch zu bedenken. Nach einem Herzstillstand von vier Minuten besteht nur mehr eine Überlebenschance von 43 Prozent. Diese kann durch lebensrettende Sofortmaßnahmen enorm verbessert werden. „Es ist sehr wichtig, seine Rettungskenntnisse immer wieder aufzufrischen. Der letzte Erste Hilfe Kurs liegt oft Jahre zurück.“

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