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Bademeister - alleine zu Hause

Statt 3000 Gäste null Gäste. Gerd Ortner, Herr über drei Schwimmbecken im Lustenauer Parkbad, muss sich nicht durchs Gejohle zum Geplansche drängen und mit Argusaugen darüber wachen, dass ja niemand ertrinkt.

Petrus mit seinen geöffneten Schleusen nimmt ihm an einem Sonntag wie diesem die Arbeit ab. „Wäre es heiß und schön, dann könnten wir nun tatsächlich bis zu 3000 Besucher hier haben. Aber wer will denn jetzt schon in ein Freibad?“ Noch kein Einziger war heute im Wasser. Die Schwimmbecken liegen jungfräulich da. Nicht einmal flexibel sein müssen Ortner und Kollegen an diesem Tag. Schlechtwettergarantie ist gegeben, ein plötzlicher Überfall des Sommers am frühen Nachmittag nicht zu befürchten.

Hoffen auf Finale

„Ich hab die Saison trotzdem noch nicht abgeschrieben“, meint der Bademeister. „Wenn es in den letzten Wochen bis zur Schließung doch noch schön sein sollte, können wir das Ergebnis des letzten Jahres durchaus noch erreichen.“ Ortner nimmt die Situation gelassen. „Das ist das Los eines Bademeisters. Das Bad kann leer sein oder proppenvoll.“

Neun Kilometer weiter östlich. Im Dornbirner Waldbad in der Enz sitzt Egon Diem in seinem Amtszimmer. Mit Blick hinaus auf das Sportbecken, wo die niederprasselnden Regentropfen für die einzige Bewegung des Wassers sorgen.

Immer Arbeit

Der 46-Jährige, schon seit zehn Jahren Bademeister in der Enz, hat immerhin eine Erfolgsmeldung vorzubringen. „In der Früh waren schon fünf Pensionisten hier und sind geschwommen. Die lassen sich auch durch das schlechteste Wetter nicht davon abbringen.“ Langweilig wird Egon Diem auch an Regentagen nicht. „Es gibt immer was zu tun. Becken reinigen, Betonplatten desinfizieren, die Haustechnik warten, Erste-Hilfe-Ausrüstung checken.“ Freilich: An einem Schlechtwetter-Sonntag nimmt’s auch Diem gemütlicher. Da lässt er sich den Kaffee schmecken und liest in aller Ruhe seine Zeitung.

Grundsätzlich ist die Beschaulichkeit eines Bademeisters fragil. Reißt das Wetter auf, kannÑs mit dem Betrieb plötzlich losgehen. Dann muss das Personal zusammengetrommelt, das Bad in Windeseile zur Benutzung bereit gemacht werden. Dieses Szenario müssen Diem und Ortner heute allerdings nicht befürchten.

Im Harder Strandbad etwa steht man an einem Tag wie diesem nicht einmal in Bereitschaft. Dort sind die Rollbalken beim Eingang herunter. Wer unbedingt ins Wasser muss, kann das ja an einem freien Platz beim See tun.

Nur acht Badetage an Wochenenden

Schwarzach (VN-hk) Verwöhnt wurden Bade-Freaks im Verlauf des heurigen Sommers wahrlich nicht. Von den bisherigen 24 Wochenendtagen waren nur acht trocken. „Vier Samstag und vier Sonntage“, wie Christian Pranger vom Wetterdienst Bregenz für die „VN“ herausfand. Insgesamt gab es nur ein einziges Wochenende am Stück, das zum Baden einlud. „Und zwar am 18./19. Juni“, so Pranger. Gar nie heiß wurde es bisher im August. Da gab es keinen einzigen Tag mit Temperaturen jenseits der 25-Grad-Marke.

Im Vergleich dazu: Vor zwei Jahren waren es 20 Tage, davon zehn, an denen die Quecksilbersäule auf über 30 Grad kletterte.

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