Baby im Internet zum Verkauf angeboten

Bei ebay ist kurzzeitig ein Baby zur Versteigerung angeboten worden. Das Angebot im Internet-Auktionshaus erweckte den Anschein, dass die Mutter aus Hemmingen, ihre vier Monate alte Tochter verkaufen wollte.

Nachdem diese sich mit ihrem Lebensgefährten bei der Polizei gemeldet und ihre Schuldlosigkeit beteuert hat, geht die Staatsanwaltschaft Hannover von einem unbekannten Täter aus, wie deren Sprecher Thomas Klinge am Sonntag mitteilte.

Die Anzeige wurde laut Polizei am Donnerstag um 18.34 Uhr ins Internet eingestellt. Ein Internetbenutzer entdeckte das Angebot am Freitag und verständigte die Polizei in Krefeld. Diese ließ die Auktion um 20.51 Uhr stoppen und ermittelte den Wohnort der Mutter. Seither laufen die Ermittlungen wegen Verdachts des Kinderhandels bei der Kripo Hannover.

Am Samstagnachmittag meldeten sich die 35-Jährige und ihr Lebensgefährte bei der Polizei in Hannover und erklärten, sie seien im Urlaub und hätten aus Medienberichten geschlossen, dass der Fall sie betreffe. Außerdem hätten sie bereits früher einen ähnlichen Vorfall erlebt, sagten sie laut Staatsanwaltschaft. Eine ältere Tochter sei von einem Unbekannten ebenfalls bei ebay angeboten worden.

„Es spricht sehr viel, wenn nicht alles dafür, dass eine andere Person hinter der Anzeige steht“, sagte Klinge. Die 35-Jährige sei bereits seit langem bei ebay registriert. Für die Baby-Anzeige meldete sich der Anbieter ganz neu bei dem Auktionshaus an, wie Klinge erklärte. Möglicherweise handele es sich um einen Racheakt gegen das Paar. „Eine ganz üble Sache“, meinte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Gegen den Anbieter oder die Anbieterin werde ermittelt. In Frage kämen die Straftatbestände Vortäuschung einer Straftat, falsche Verdächtigung und Beleidigung.

Laut „Bild am Sonntag“ wurde das Baby bei ebay unter der Rubrik „Baby/Sonstiges“ angeboten. Über einem Baby-Foto sei zu lesen gewesen „Wer will mein Baby? Höchstgebot alleine zählt.“ Die angebliche Mutter suche für mindestens 10.000 Euro einen „väterlichen Freund“ für ihr vier Monate altes Baby, hieß es demnach weiter. Sie selbst sei krebskrank und wolle noch einmal in Urlaub fahren. „Der Babyfreund soll mir diese Reise finanzieren“, zitierte das Blatt weiter aus dem Angebot. „Vor Reiseantritt erhält er mein Baby zu treuen Händen, ohne viel Formularkrams.“ Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ zeigte das Foto nicht das Kind der 35-Jährigen, sondern stammte von der Internet-Seite eines kanadischen Herstellers von Kinderkleidung.

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