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Auweh, mein Kreuz

©unsplash/ Nathan Dumlao
Birgit Pleschberger ist Shiatsupraktikerin, Yogalehrerin und Künstlerin. Für VOL.AT schreibt sie in den kommenden Wochen Gastbeiträge, in welchen sie ihre Gedanken rund um die aktuelle Situation schildert und so möglicherweise neue Denkanstöße gibt.

Viele Menschen leiden immer wieder an Rückenschmerzen und auch Bandscheibenvorfälle sind keine Seltenheit. Eine Operation wird heute zum Glück meist nur mehr als letzte Möglichkeit durchgeführt, denn diese bringt häufig keine nachhaltige Verbesserung. Eine konsequente Kräftigung der Rumpfmuskulatur kann hier sehr gut helfen bzw. vorbeugen.

Neben der Körperhaltung zählen auch Übergewicht, Über- oder Fehlbelastungen im Alltag oder Beruf, zu wenig Bewegung und zu wenig Muskulatur zu den Risikofaktoren von Rückenbeschwerden. Scheinbar plötzlich können Schmerzen auftreten, denen aber meist eine längere falsche Belastung vorausgeht.

Sitzen ist das neue Rauchen

Der Satz „Sitzen ist das neue Rauchen“ verweist treffend auf die Gefahren der vorwiegend sitzenden Tätigkeiten in der heutigen Zeit. Viele Menschen verbringen in der Arbeit oder Freizeit viele Stunden sitzend vor dem Computer, ohne sich dazwischen viel zu bewegen. Typisch für die sitzende Körperhaltung ist hierbei oft ein Rundrücken, nach vorne fallenden Schultern und eine übertriebene Lordose in der Halswirbelsäule. Das Problem hierbei ist, dass der Körper über längeren Zeitraum in ein ungünstiges Haltungsmuster verfällt, die Muskulatur schwächer wird und die notwendige Stütze nicht mehr gewährleisten kann. Die Folgen können Schmerzen sein, häufig im Nacken- oder Schulterbereich sowie in der Region der Lendenwirbelsäule.

Körper und Psyche

Wie man heute weiß, kann eine in sich zusammengesunkene Körperhaltung auch die Gemütsverfassung negativ beeinflussen. Das bedeutet, dass wir uns auch innerlich häufig schwach, müde und unsicher fühlen, wenn wir dies nach außen hin ausdrücken. Umgekehrt heißt das aber auch, dass wir durch eine aufrechte und würdevolle Haltung nicht nur unseren Körper, sondern auch unsere Psyche stärken können.

Demnach zahlt sich die Achtsamkeit auf die eigene Haltung also in jeder Hinsicht aus - wir wirken offener, selbstbewußter und attraktiver und stärken unseren Körper und Geist. Damit auch Schmerzen weniger Chancen haben.

Top 3 für einen gesunden Rücken:

  1. Kopf hoch, Brust raus! Klingt fast banal, bringt aber sehr viel. Achte immer wieder bewußt auf deine Haltung. Versuche dein Brustbein nach oben streben zu lassen und ziehe deine Schulterblattspitzen etwas zueinander. Lass deine Kopfkrone sanft Richtung Himmel ziehen. Man kann sich vorstellen, man wäre eine Königin oder ein König und zeigt seine Würde und seinen Großmut.
  2. Steh auf! In sitzenden Berufen ist es wichtig immer wieder aufzustehen, einige Schritte zu gehen, sich zu recken oder ein paar Kniebeugen zu machen - setze dir am Handy z.B. einen Timer, der dich alle 30 Minuten daran erinnert. Stehtische lassen dich erst gar nicht so lange in die sitzende Haltung verfallen.
  3. Kraft und Bewegung! Es führt kein Weg daran vorbei, hier aktiv etwas für seinen Körper zu tun. Durch abwechselnde Zug- und Druckbelastungen werden Knochen und Bandscheiben genährt und nur so kann die nährstoffreiche Flüssigkeit in die Bandscheibe gelangen. Das geschieht z.B. beim Gehen oder Laufen oder bei leichten Sprungbelastungen. Ein abwechslungsreiches Körpertraining, Pilates, Yoga...das alles hilft, den Körper und vor allem die Rumpfmuskulatur zu stärken.

Zur Person:

Birgit Pleschberger

Mag. Birgit Pleschberger

Shiatsupraktikerin, Yogalehrerin und Künstlerin / Thüringen, Vorarlberg 

www.freifuehler.at / studio@birgitpleschberger.com

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