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Autos abgefackelt: dreieinhalb Jahre Haft

St. Gallen - Ein Dornbirner ist in St. Gallen verurteilt worden: er wollte mit Bränden DNA-Spuren verwischen.

Ein 50-jähriger Dornbirner ist am Kreisgericht St. Gallen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann soll in der Ostschweiz eine Serie von 38 Straftaten begangen und dabei auch Autos abgefackelt haben. Eigentlich bestand für ihn ein Einreiseverbot in die Schweiz. Das erste Auto brannte am Bahnhof Sargans. Der Vorarlberger hatte das Fahrzeug zuvor entwendet und war mit mehreren Verkehrsdelikten aufgefallen. Um seine Spuren zu verwischen, fackelte er den Wagen kurzerhand ab. Danach entwendete er erneut ein Auto und fuhr mehrere Wochen ohne Ausweis quer durch die Ostschweiz. Als er bei Rapperswil schließlich einen Unfall baute, flüchtete er, lieh sich von einem Barkeeper dessen Wagen und gab diesen nicht mehr zurück.

38 Straftaten begangen

Nach einem erneuten Unfall ließ er dieses Auto später zwar stehen, organisierte sich aber alsbald einen „Ersatzwagen“. Fünf Tage danach setzte er auch diesen in Brand. Am Ende summierten sich neun Verbrechen und 29 Vergehen, darunter die Missachtung einer Einreisesperre in die Schweiz. Sie wurde verhängt, nachdem er in der Schweiz vorbestraft und auf Bewährung nach Vorarlberg entlassen worden war. Die Anklage forderte nun den Vollzug der Bewährungsstrafe sowie weitere drei Jahre Gefängnis. Nur einem „gütigen Schicksal“ sei zu verdanken, dass durch die Brände keine Gefahr für Leib und Leben entstanden sei, hieß es. Die Verteidigung forderte hingegen Freispruch vom Vorwurf der Brandstiftung. Für die übrigen Vorwürfe sei er zu zwei Jahren Haft zu bestrafen. Sie machte geltend, dass der Mann nie eine Feuersbrunst entfachen wollte. Vielmehr habe er nur mit einem dosierten „Glimmbrand“ seine DNA-Spuren verwischen wollen. Zudem seien ihm die Diebstähle leicht gemacht worden. Er habe nicht widerstehen können, wenn ihn ein Auto mit steckendem Schlüssel „angelacht“ habe. Im Übrigen sei er seit Kindertagen labil. Das Gericht folgte gleichwohl im Kern der Anklage und verhängte eine Gesamtstrafe von dreieinhalb Jahren Gefängnis. Es entspreche der Lebenserfahrung, dass entzündetes Benzin im Allgemeinen mehr als nur DNA-Spuren verwische, hieß es.

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