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Autofahrer blinken zu wenig

©Flickr
Schwarzach - Wie eine aktuelle Erhebung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit zeigt, setzt nur die Hälfte der Autofahrer auf der Autobahn und im Stadtgebiet den Blinker ein.

Es gehört zu einem der größten Ärgernisse im motorisierten Straßenverkehr: Fahrstreifen- oder Richtungswechsel werden nicht, zu spät oder falsch angezeigt. Oder anders ausgedrückt: Der Vordermann blinkt einfach nicht, obwohl er es müsste. Egal ob aus Vergesslichkeit oder Faulheit, die österreichische Straßenverkehrsordnung schreibt in § 11 Abs 2 vor, dass der Lenker eines Fahrzeuges die bevorstehende Änderung der Fahrtrichtung oder den bevorstehenden Wechsel des Fahrstreifens so rechtzeitig anzuzeigen hat, dass sich andere Straßenbenützer auf den angezeigten Vorgang einstellen können.

„Rechtzeitiges Blinken gibt nicht nur den anderen Verkehrsteilnehmern die Möglichkeit, rechtzeitig richtig zu reagieren, sondern schützt in erster Linie den Fahrer selbst vor gefährlichen Situationen. Auch wenn man aufmerksam fährt, kann man andere Verkehrsteilnehmer übersehen und für die ist das richtige Blinksignal äußerst wichtig“, sagt Mag. Martin Pfanner, Leiter des KfV in Vorarlberg.

„Vor allem auf der Autobahn kann es brenzlig werden, wenn am linken Fahrstreifen überholt wird und aus dem rechten Fahrstreifen plötzlich jemand unangekündigt ausschert. Der Blinker ist nicht zur Dekoration da, sondern erfüllt einen wichtigen Zweck!“ Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) hat österreichweit erhoben, wie intensiv der Blinker in unterschiedlichen Situationen für die Kommunikation zwischen den Fahrern genutzt wird. Erwartungsgemäß wurde beim Spurwechsel auf der Autobahn und im Stadtgebiet am seltensten geblinkt.

Nur jeder Zweite zeigt auf der Autobahn den Spurwechsel an. Ein kräftiger Tritt auf die Bremse und das Verreißen des Lenkrades wegen unangemeldeter oder zu spät signalisierter Überhol- oder Einordnungsmanöver können bei den hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn fatale Folgen haben. Auf Autobahnen haben Unfälle beim Fahrstreifenwechsel einen Anteil von rund 12 Prozent. Erschwerend kommt hinzu, dass auf österreichischen Autobahnen gerne auf Tuchfühlung gegangen wird: Bei einer KfV-Erhebung im Jahr 2006 stellte sich heraus, dass rund ein Viertel der Pkw-Fahrer zum Vordermann einen Abstand von maximal acht Zehntelse-kunden hält.

Auf österreichischen Autobahnen wurden insgesamt 900 Autofahrer beim Spurwechsel beobachtet: 45 Prozent blinkten dabei überhaupt nicht. Am seltensten wird der Blinker auf niederösterreichischen Autobahnabschnitten eingesetzt: Nur 42 Prozent signalisierten den anderen Verkehrsteilnehmern, dass sie auf die andere Spur schwenken (in Vorarlberg 60 %). Dabei ist es so einfach: Spiegel-Spiegel-Schulter Blick, am besten drei Mal blinken und dann erst den Fahrstreifen wechseln.

Auch im Stadtverkehr ist man meistens ganz froh, wenn man zumindest erahnen kann, was die anderen Verkehrsteilnehmer vorhaben. Das praktische Hilfsmittel wird beim Spurwechsel im Stadtgebiet allerdings noch spärlicher eingesetzt als auf der Autobahn: Nur die Hälfte der beobachteten Autofahrer betätigte den Blinker. Negatives Vorbild sind dabei die Vorarlberger: Mehr als drei Viertel verzichteten vollkommen auf das hilfreiche Signal.

Im Gegensatz zum Spurwechsel scheint ein wirklicher Richtungswechsel die Blinkbereitschaft wesentlich zu erhöhen. Auf Kreuzungen – egal ob mit oder ohne Ampel bzw. mit oder ohne Bodenmarkierung – blinken mehr als 80 Prozent der Autofahrer richtig (in Vorarlberg 84 %). Beim Linksabbiegen wird allerdings häufiger nicht geblinkt als beim Rechtsabbiegen. Das bedeutet unterm Strich aber noch immer, dass jeder fünfte Autofahrer auch an Kreuzungen den Blinker für unnützes Beiwerk hält.

„Es genügt natürlich nicht, nur den Blinker zu setzen und darauf zu vertrauen, dass alle ande-ren richtig reagieren werden. Aber das richtige und rechtzeitige Blinken ist ein unverzichtbares und gesetzlich vorgeschriebenes Kommunikationsinstrument im Straßenverkehr“, sagt Pfanner. „Wenn mehr Bereitschaft vorhanden ist, dieses Mittel einzusetzen, könnte sicher etwas Aggression aus den täglichen Begegnungen im Straßenverkehr herausgenommen werden.“ (Quelle:Kuratorium für Verkehrssicherheit)

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