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"Austro-Nobelpreis" an Ethnomusikologin und Mathematiker

Der Wittgenstein-Preis geht u.a. an Ursula Hemetek
Der Wittgenstein-Preis geht u.a. an Ursula Hemetek ©APA
Der Wittgenstein-Preis 2018 geht an die Musikwissenschafterin Ursula Hemetek und den Mathematiker Herbert Edelsbrunner, gab der Wissenschaftsfonds FWF bekannt. Die als "Austro-Nobelpreis" geltende Auszeichnung ist mit jeweils 1,4 Mio. Euro dotiert und damit der höchste Wissenschaftsförderpreis in Österreich. Jeweils mit bis zu 1,2 Mio. Euro dotierte Start-Preise gehen an sechs Nachwuchsforscher.

Die vom Wissenschaftsministerium finanzierte und vom FWF vergebene Auszeichnung – die Preisträger werden von einer Jury ausländischer Wissenschafter ausgewählt – soll exzellenten Forschern eine “außergewöhnliche Steigerung ihrer wissenschaftlichen Leistung ermöglichen”. Den Preis zu erhalten sei “eine Bestätigung für allerhöchste Exzellenz über einen längeren Zeitraum”, erklärte FWF-Präsident Klement Tockner.

Der Wittgenstein-Preis geht mit Hemetek zum ersten Mal an eine Kunstuniversität. Die Musikwissenschafterin leitet seit 2011 das Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Edelsbrunner bringt dem Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg (NÖ) den dritten Wittgenstein-Preis. Der Mathematiker und Informatiker ist seit Eröffnung des Instituts 2009 Professor am IST.

Die 61-jährige Musikwissenschafterin Hemetek hat mit der Minderheitenforschung ein neues Feld innerhalb ihres Fachs geschaffen. Für die Erforschung von Minderheiten und ihrer Musik hat sie neue Zugänge, Methoden und Theorien entwickelt. Ethnomusikologie ist für Hemetek eine partizipative Wissenschaft mit gesellschaftspolitischer Verantwortung. Deshalb will sie laut FWF mit dem Wittgenstein-Preis ein internationales Forschungszentrum für ethnomusikologische Minderheitenforschung an der Musik-Uni Wien gründen.

Hemetek, am 12. Oktober 1956 in Wien geboren, studierte an der Uni Wien und wurde 1987 mit einer Arbeit über Hochzeitslieder der burgenlandkroatischen Gemeinde Stinatz promoviert. 2001 habilitierte sich Hemetek in Musikwissenschaft mit dem Spezialgebiet Ethnomusikologie. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die traditionelle Musik von Minderheiten in Österreich, insbesondere der Roma, burgenländischen Kroaten und der Bosnier. Sie engagierte sich auch politisch, u.a. als Obfrau der “Initiative Minderheiten” und ist stellvertretende Vorsitzende des Senats der Musik-Uni Wien.

Der 60-jährige Edelsbrunner gilt als Gründungsvater der Computertopologie und zählt zu den weltweit führenden Forschern auf diesem Gebiet. Gegenüber der APA beschreibt er sein Fach als “eine Mischung von Mathematik und Informatik”. Während es in der Mathematik um geometrische Dinge gehe, sei die Topologie eine Erweiterung der Geometrie, wo man sich für die Verformung von geometrischen Objekten interessiert. “In den Anwendungen sind die Fragestellungen von den Verformungen viel wichtiger als etwa Fläche, Länge, Größe, usw.”, so Edelsbrunner. Daher sucht der Computerwissenschafter immer die interdisziplinäre Zusammenarbeit – Ingenieure, Physiker oder Biologen haben alle geometrische und topologische Probleme, bei denen sich Edelsbrunners Methoden anwenden lassen.

Edelsbrunner, geboren am 14. März 1958 in Unterpremstätten bei Graz, studierte Technische Mathematik an der Technischen Universität (TU) Graz und ging nach seiner Promotion und einigen Jahren als Assistent an der TU Graz 1985 an die University of Illinois in Urbana-Champaign. 1999 wechselte er an die Duke University in Durham (North Carolina) und kehrte mit der Gründung des IST Austria 2009 nach Österreich zurück. Heuer hat Edelsbrunner bereits einen mit bis zu 2,5 Mio. Euro dotierten “Advanced Grant” des Europäischen Forschungsrats (ERC) erhalten. Die Start- und Wittgensteinpreise werden am 12. September im Rahmen des “Be Open”-Festivals zum 50-jährigen Bestehen des FWF (8. bis 12. September am Wiener Maria Theresien-Platz) verliehen.

Neben den beiden Wittgenstein-Preisen gehen sechs jeweils mit bis zu 1,2 Mio. Euro dotierte Start-Preise an Nachwuchsforscher. Gleich die Hälfte davon erhalten Wissenschafter der Technischen Universität (TU) Wien. Im Folgenden die Preisträger: Die Physikerin Emanuela Bianchi, geboren am 18. September 1981 in Rom, vom Institut für theoretische Physik der TU Wien arbeitet im Bereich Materialwissenschaften. Dabei spielt die Selbstorganisation mikroskopischer Einheiten zu größeren Strukturen eine immer wichtigere Rolle. In ihrem Start-Preis-Projekt “Heterogen geladene Kolloiden für Materialentwicklung” will sie diese Selbstorganisation zuverlässiger und in reversibler Weise steuern.

Der Bauingenieur Josef Norbert Füssl, geboren am 17. August 1980 in Wien, arbeitet am Institut für Mechanik der Werkstoffe und Strukturen der TU Wien. In seinem Start-Preis-Projekt “Holz durch computergestützte Methoden berechenbar machen” will er die Skepsis verringern, mit der Holz als Tragwerkselement betrachtet und daher nicht so häufig eingesetzt wird.

Der Physiker Philipp Haslinger, geboren am 1. Dezember 1982 in Wien, arbeitet am Atominstitut der TU Wien. In seinem Start-Preis-Projekt “Atominterferometrie in einem optischen Resonator” will er Atominterferometrie, mit deren Hilfe man Kräfte in höchster Präzision messen kann, verbessern, um nach neuen physikalischen Effekten in der Nähe von Oberflächen zu suchen.

Der Physiker Oliver Hofmann, geboren am 31. Juli 1982 in Wien, arbeitet am Institut für Festkörperphysik, der TU Graz. In seinem Start-Preis-Projekt “MAP-DESIGN” beschäftigt er sich mit der Struktur von Materialien, also wie sich dessen Bestandteile relativ zueinander anordnen. Davon hängen viele Materialeigenschaften ab, etwa Geschmack und Aussehen von Schokolade oder die Wirksamkeit von Medikamenten. Sein Ziel ist, auf Basis quantenmechanischer Computersimulationen optimale Prozessbedingungen für die Herstellung bestimmter Strukturen vorherzusagen.

Der Biologe Robert Junker, geboren am 2. Juni 1981 in Buchen (Deutschland), arbeitet am Fachbereich für Biowissenschaften der Universität Salzburg. In seinem Start-Preis-Projekt “Sequenzielle Entstehung von Funktioneller Multidiversität” beschäftigt er sich mit der Frage, wie verschiedene Ökosysteme und ihre Artenvielfalt entstehen. Das soll Aufschlüsse darüber liefern, wie man in bereits gestörte Ökosysteme unterstützend eingreifen kann.

Gina Elaine Moseley, geboren am 1. Mai 1984 in Walsall (Großbritannien), arbeitet am Institut für Geologie der Universität Innsbruck. In ihrem Start-Preis-Projekt “Nordostgrönland Speläothemprojekt” anhand von Sinterablagerungen in Höhlen (“Speläotheme”) die Klimageschichte Nordo

(APA)

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