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Ausstellung über Kantoren im Jüdischen Museum

Das Leben von jüdischen Kantoren beleuchtet die Ausstellung „Kantormania. Von Salomon Sulzer zum Jazz Singer“ im Jüdischen Museum in Hohenems, die von 17. Oktober bis 23. Jänner 2005 gezeigt wird.

Ausgehend von Salomon Sulzer, der vor 200 Jahren in Hohenems geboren wurde und als Sänger und Komponist den Ablauf des jüdischen Gottesdienstes nachhaltig verändert hat, werden in der Ausstellung die unterschiedlichen Lebensgeschichten einzelner Kantoren bis ins 21. Jahrhundert dargestellt.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Biografien der einzelnen Kantoren wie jene des weltberühmten Operntenors Joseph Schmidt oder von Al Jolson (Asa Yoelson), der im ersten amerikanischen Tonfilm „Jazz Singer“ seine eigene fiktionalisierte Geschichte spielte. Ebenso porträtiert werden die Kantorenfamilie Malavsky sowie die großen Stars des traditionellen polnischen Synagogengesangs oder die Comedian Harmonists, von denen zwei eng mit dem Kantorengesang verbunden waren.

Dargestellt werden die Lebensgeschichten der Kantoren speziell im Hinblick auf das Spannungsfeld zwischen religiöser und weltlicher Berufung. Im Konflikt zwischen Synagoge und Bühne wurden manche Kantoren als Stars beider Welten verehrt, manche wiederum von den Rabbinern wegen ihrer säkularen Erfolge gescholten. Die Ausstellung zeigt Diener der Liturgie und Rebellen gegen die Tradition, konservative Erneuerer und revolutionäre Orthodoxe in ihrer ganzen Vielfalt zwischen Ost und West, der alten und der neuen Welt.

Die Ausstellung wurde in Gedenken an den 200. Geburtstag von Salomon Sulzer initiiert. Sulzer wurde 1804 als Salomon Levi in Hohenems geboren. 1826 wurde er wegen seiner legendären Stimmgewalt an den Wiener Stadttempel berufen, wo er gemeinsam mit Prediger Isaak Noah Mannheimer den „Wiener Ritus“ begründete. Das kompositorische Hauptwerk Sulzers ist das in zwei Teilen erschienene „Schir Zion“ (Gesang Zions) mit zum überwiegenden Teil selbst komponierten Werken für den liturgischen Gebrauch. Daneben war Sulzer als Komponist weltlicher Lieder aktiv: Neben Revolutionsliedern vertonte er u.a. Gedichte von Goethe. Sulzer starb am 17. Jänner 1890 und wurde in Wien begraben. Seine synagogale Musik umrahmt auch heute noch die Gottesdienste im Wiener Stadttempel, und im angelsächsischen Sprachraum gehört sie zum festen Repertoire zahlreicher Synagogen.

Zum Start der Ausstellung findet am 17. Oktober, 19.00 Uhr, ein Kantorenkonzert in der ehemaligen Synagoge in Hohenems statt. Auftreten werden Jalda Rebling, Marcel Lang, Shmuel Barzilai, Naomi Hirsch sowie Marlena Taenzer.

„Kantormania. Von Salomon Sulzer zum Jazz Singer“

Ausstellung im Jüdischen Museum Hohenems.
17. Oktober 2004 bis 23. Jänner 2005.
Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
Führungen nach Voranmeldung.
Detaillierte Informationen zum Rahmenprogramm unter www.jm-hohenems.at

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