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Ausbildungspflicht für Ausbildungsbetriebe Segen mit Nebenwirkung

©VOL.AT/Hofmeister
Bregenz - Das AMS begrüßt die Ausbildungspflicht – auch wenn es in Vorarlberg wenig betroffene Jugendliche gibt. Dies verdankt man auch den Ausbildungsbetrieben ÜAZ und Integra. Dort ist man grundsätzlich für die Ausbildungspflicht, auch wenn sie eigene Herausforderungen mit sich bringt.

Wenn es nach der Bundesregierung geht, wird sich bald jeder Jugendliche unter 18 Jahren in einer Ausbildung befinden. Damit wird die Schulpflicht durch die Hintertüre um drei Jahre verlängert und umfasst auch die Lehre. Eine solche Ausbildungspflicht für alle Jugendliche unter 18 Jahren hält AMS-Landesgeschäftsführer Anton Strini durchaus für sinnvoll. “Faktum ist ganz einfach, dass man ohne Ausbildung immer weniger Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat”, betont er. Mit dieser Maßnahme könne man auch diese Jugendlichen auffangen, die bisher durch den Rost gefallen sind.

90 Prozent der Jugendlichen nicht betroffen

Für 90 Prozent der Jugendlichen sei die Ausbildungspflicht kein Thema, bestätigt auch Stefan Koch von der Integra. Kümmern müsse man sich um sieben bis acht Prozent der Jugendlichen – immerhin noch an die 800 Personen in den drei Jahrgängen der 15- bis 17-Jährigen. Dennoch sei der Anteil der Jugendlichen, die in Vorarlberg von der Maßnahme betroffen sind, sehr gering. “Man kann sie aktuell beinahe an einer Hand abzählen”, beruhigt Strini.

Leistungsversprechen zeige Wirkung

Bereits unter dem damaligen Landeshauptmann Herbert Sausgruber habe man das Übereinkommen getroffen, dass jeder Vorarlberger Jugendliche innerhalb von drei Monaten ein Ausbildungsangebot erhalten muss. Dazu gehören auch Ausbildungsangebote bei den überbetrieblichen Ausbildungszentren (ÜAZ) und die Produktionsschulen der Integra. Diese fangen damit bereits jetzt einen Großteil der Jugendlichen ohne Ausbildungsverhältnis auf. Wie deren Geschäftsführer Armin Hotz und Stefan Koch von der Integra die Ausbildungspflicht sehen, erklären sie im obigen Videointerview.

AMS sieht wenig Betroffene im Land

Während also österreichweit laut Strini für an die 5.000 Jugendlichen eine solche Ausbildungspflicht schlagend würde, wären es in Vorarlberg wohl an die 50 bis 60 Personen. Dies zeigt für Strini auch den Erfolg der bisher getroffenen Maßnahmen. Gemessen am Bevölkerungsanteil Vorarlbergs an Gesamt-Österreich müsse die Zahl der betroffenen Jugendlichen viermal so groß sein, rechnet er vor.

Interesse und Angebot nicht immer deckend

Hinzu kommen jedoch weitere Probleme – auch bei der Nachfrage. So sucht man vor allem im Tourismus durchgehend mehr Lehrlinge, als sich für die Branche interessieren. Gleichzeitig gibt es ein Überangebot an Lehrwilligen in stereotypen Frauenberufen. Dies sind Einzelhandelskaufleute, Teile des Handels und “Schönheitsberufe” wie Friseure.

Mangelnde Schulbildung der Lehrinteressenten

Dramatischer seien jedoch die Defizite, die die Lehrlinge mitbringen. So müsse das AMS bereits mit Auffangmaßnahmen reagieren, die den künftigen Lehrlingen die Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen beibringen. “Auch ein Fließenleger muss eine Fläche berechnen können”, betont Strini die Mindeststandards einer Lehre. Die Ausbildungspflicht bringt jedoch eine weitere Nebenwirkung mit sich: Wie bei der Schulpflicht könnte sie bedeuten, dass im Zweifel der Staat eine Ausbildung anbieten muss, damit die Pflicht wahrgenommen werden kann.

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