AA

"Aus" für Postamt Bregenz-Vorkloster

Bregenz - Sofort kursierten Listen. Als die Post erst Mal bekanntgab, dass sie eine nicht näher benannte Zahl an Filialen schließen wolle, schob sie das Gerüchtekarussell gewaltig an. Post

„Wie unseriös“, entfuhr es Pressesprecher Martin Riedl, als er die Namen „Hard, Dornbirn, Wolfurt und Riezlern“ las. Tatsächlich hatte sich die Post Ämter in Ballungszentren angesehen, die jeweils über mehrere Filialen verfügen, in Dornbirn, Feldkirch und Bregenz. Bludenz tauchte fälschlicherweise in den Spekulationen auf, weil die Post dort in der Zustellung Zeiteinheiten reduziert hat. Seither müssen die Austräger noch mehr Haushalte bedienen. Das klappt mäßig gut. Derzeit sucht man die Ursachen.

Dornbirn stützt Miete

Feldkirch und Dornbirn bleiben heuer noch ungeschoren. Bürgermeister Wilfried Berchtold hat die Postgeschäftsleitung zuletzt scharf kritisiert. Sein Dornbirner Kollege Wolfgang Rümmele hält ein wachsames Auge auf die Postinfrastruktur seiner Messestadt. Das Postamt im Messepark „stand nie zur Debatte“. Rümmele „hatte vor ein paar Wochen Kontakt mit den Postlern in Haselstauden“. Die versicherten dem Stadtoberhaupt, dass sie ihre Filiale „zurzeit noch aktiv führen können“. Auch dank der Stadt, weil Dornbirn ein gutes Teil der Miete für die Postfiliale bezahlt.

Wer will, muss zahlen

Rümmele würden „Schließungs-Schnellschüsse“ arg vor den Kopf stoßen. Er findet überdies auch die Idee „des Herrn Faymann“ gefährlich, künftig Land und Gemeinden über Schließungen entscheiden zu lassen. „Das heißt nämlich im Klartext: Wenn Land und Gemeinden künftig Postdienstleistungen haben wollen, sollen sie auch zahlen.“ Zum zweiten Mal erwischt es den Bregenzer Bürgermeister. Markus Linhart muss jetzt warten. In seinem Terminkalender kündigt sich der Besuch der Herren von der Post schon an. Für das Stadtoberhaupt nicht zum ersten Mal. 2005 hat die Post die Filiale in der Achsiedlung zugesperrt, weil sie nicht mehr rentabel war. Damals übernahm das Postamt Schendlingen die Agenden. Jetzt steht die Filiale im Vorkloster vor dem „Aus“. Pressesprecher Martin Riedl gab sich gestern bedeckt. Man führe „ja erst einmal ein Gespräch“. Aber Linhart kennt das. 2005 hat es auch so angefangen. Deshalb hat er der Post einen geharnischten Brief geschickt. „Wir nehmen das nicht zur Kenntnis.“ Linhart hofft auf die Wirkung des bundesweiten politischen Drucks, aber dann sagt er eine Spur leiser: „Was dabei herauskommen wird, weiß freilich niemand.“

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Bregenz
  • "Aus" für Postamt Bregenz-Vorkloster
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen