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Aufwendiger Prozess um Reihe von Sexualdelikten

©VOL.AT/Eckert
Der Angeklagte soll mehr als zwei Jahrzehnte lang Buben missbraucht haben.

Von Christiane Eckert

Es ist ein umfangreicher Akt und die Anklage erstreckt sich auf Übergriffe, die bereits 1988 stattgefunden haben sollen. Ende der vorgeworfenen Taten: 2014. Die fünf Buben, heute zum Teil bereits erwachsene Männer, sollen von dem Täter immer wieder zu sexuellen Handlungen gezwungen worden sein. Tatort, so die Anklage, sowohl Vorarlberg als auch eine Ortschaft im deutschen Baden-Württemberg. Auch andere Orte in Deutschland sollen Schauplatz der sexuellen Übergriffe gewesen sein.

Ganzer Tag Verhandlung

Der Schöffenprozess bei Vorsitzendem Thomas Wallnöfer begann um zehn Uhr und ist bis 18.00 Uhr anberaumt. Da sich der angeklagte mutmaßliche Tatzeitraum über viele Jahre erstreckt, in dem es immer wieder Novellen und Änderungen im Strafgesetz gab, findet eine ganze Reihe von „neue“ und „alten“ Gesetzesregelungen Anwendung.

Schwere Vorwürfe der Staatsanwaltschaft

Der Angeklagte hat selbst sechs Kinder und war bislang ein unbescholtener Mann. Dass er seine entfernt Verwandten im Alter zwischen acht und 16 Jahren sexuell missbraucht hat, bestreitet der Mann vehement. Staatsanwältin Julia Berchtold gibt einen Überblick über die Jahre 1988 bis 2014 und die Masche, mit welcher der Angeklagte die Buben geködert haben soll. Mit Musikunterricht und mit Karatekünsten. Statt Musik und Sport gab es sexuelle Übergriffe bis hin zum Analverkehr, so die Anklage.

Verteidigung dementiert

„Wer das alles glaubt, wird selig“, kontert Verteidiger German Bertsch. Zum einen, sei es in den beengten räumlichen Verhältnissen in einem Wohnhaus quasi unmöglich, derart viele Übergriffe zu verüben. Außerdem, so die Verteidigung, sei es lebensfremd, Kinder zu missbrauchen, während die eigenen sechs behütet aufwachsen. Doch ein paar Dinge hätten die Zeugen bei ihren „Lügereien“ übersehen, so Bertsch. Alles weitere will er im Prozess darlegen. Die Öffentlichkeit wird nach den Plädoyers ausgeschlossen.

Der Prozess wurde zur Einvernahme weiterer Zeugen auf den 23. Juni vertagt. Für den Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.

(VOL.AT)

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