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SPÖ OÖ wirbt im Wahlkampfauftakt für "neues Oberösterreich"

Birigt Gerstorfer eröffnete in Steyr den Wahlkampf
Birigt Gerstorfer eröffnete in Steyr den Wahlkampf ©APA/BARBARA GINDL
Eine in diesem Sommer nicht unwesentliche Komponente hat zum Wahlkampfauftakt der SPÖ OÖ am Donnerstag in Steyr gepasst: Das Wetter. Unter freien, blauem Himmel stimmte Landesrätin Birgit Gerstorfer die 500, 3-G-Regel registrierten Genossen und Genossinnen auf die Landtagswahl am 26. September ein. Entgegen ÖVP, FPÖ, Grüne oder NEOS verzichteten die Roten auf Politprominenz aus Wien. Die SPÖ-Wahlkampfthemen Arbeitsplätze, Bildung und Pflege wurden getrommelt.

In einer traditionell "roten Hochburg", wie der scheidende Bürgermeister Gerhard Hackl meinte, seien die Sozialdemokraten zusammengekommen, "um uns Kraft zu geben" und "Optimismus für die nächsten Wochen". voest-Konzernbetriebsrats-Vorsitzender Charly Schaller demonstrierte gleich, wer die Stammwähler der Roten sind: "Wer 45 Jahre gehackelt hat, gebuckelt hat, ist ein Leistungsträger, der hat das Recht abschlagsfrei in Pension zu gehen." Aber nicht nur gegen Pensionskürzungen werde man in den noch verbleibenden 24 Tagen bis zur Wahl "leidenschaftlich kämpfen" sondern auch um jeden Arbeitsplatz. Denn: "MAN ist überall, denn billig ist für die Konzerne nie billig genug", kommentierte er die Übernahme des MAN-Werks Steyr durch Investor Siegfried Wolf.

Gerstorfer schickte gleich einmal vorweg, warum man nicht wie eigentlich geplant in Wels war: "Es ist ein bisschen anders gekommen, weil Kanzler Sebastian Kurz und Landeshauptmann Thomas Stelzer (beide ÖVP, Anm.) das Corona- Krisenmanagement nicht ganz im Griff haben." Wegen der hohen Sieben-Tages-Inzidenz von über 300 vergangene Woche hatte die SPÖ entschieden, den Auftakt von Wels nach Steyr zu verlegen.

Die Spitzenkandidatin präsentierte das rote Wahlprogramm in Person von vier Frauen, die sie zu sich auf die Bühne holte. Eine Schülerin stellvertretend für Chancengleichheit in der Bildung und eine sichere Schule trotz Corona, eine MAN-Arbeiterin für faire Arbeitsbedingungen wie eine sechste Urlaubswoche und gute Arbeit, eine Pflegerin in Ausbildung für ordentliche Entlohnung der Pflegekräfte und einen "ordentlichen Betreuungsschlüssel" sowie eine Pensionistin für neue Modelle in der Altenbetreuung. Und so brachte es Gerstorfer nach gut einer Stunde auf den Punkt: "Wir wollen ein neues Oberösterreich", jetzt gelte es, "die Wähler zu überzeugen, dass wir die richtigen sind".

Und es dürfte tatsächliches einiges zu tun geben - halbierte sich doch der Stimmenanteil der SPÖ in Oberösterreich in den vergangenen zwei Landtagswahlen von 38,3 auf 18,3 Prozent. Gerstorfer, die die Roten erstmals als Spitzenkandidatin in die Wahl führt, will wieder einen 2er an erster Stelle. Damit wäre der SPÖ voraussichtlich auch wieder ein zweiter Sitz in der Proporzregierung sicher.

(APA)

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