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Aufregung um Festspiel-Brunnen

Der Brunnen vor dem Festspielhaus in Bregenz soll abgerissen werden. Die Bregenzer SPÖ kritisiert die Informationspolitik der Stadt. Der Bregenzer Bevölkerung würde kein reiner Wein eingeschenkt.

Der Brunnen auf dem Symphonikerplatz werde abgerissen, die Bäume daneben werden ebenfalls gefällt – das steht für die SPÖ Bregenz fest.

Eigentlich kein Problem, sagt SPÖ-Stadtrat Michael Ritsch. Nur: der Bevölkerung soll das endlich klar gesagt werden. Stattdessen starte die ÖVP laut ORF lieber ein Bürgerbeteiligungsprojekt, um die ganze Sache hinauszuschieben, kritisiert Ritsch.

Viele Bürger wüssten gar nicht, dass ihre Zustimmung zum Projekt des Schweizer Architekten Vogt das Aus für den Festpiel-Brunnen bedeute, so Ritsch.

Bürgermeister Markus Linhart (ÖVP) weist die Vorwürfe zurück. Von mangelnder Information könne keine Rede sein. Anstatt zu kritisieren, hätte sich die SPÖ vielleicht etwas mehr in der Planungskommission für die Vorplatzneugestaltung einbringen sollen.

Exodus aus dem Stadtrat

Einen ungewöhnlichen Schritt setzten die vier Bregenzer SPÖStadträte bei der letzten Stadtratssitzung: Bevor über die Auftragsvergabe zur weiteren Planung des Festspielhaus-Vorplatzes abgestimmt werden sollte, verließen sie den Sitzungssaal.

Stadtamtsdirektor HR Dr. Arnulf Eberle begründet diesen Schritt mit dem Vorarlberger Gemeindegesetz: „Im Stadtrat gibt es keine Stimmenthaltung, entweder man stimmt dafür oder dagegen.“ Und das wollten die SPÖ-Stadträte offensichtlich vermeiden.

„Plan muss vorliegen“

„Wir wollten damit zum Ausdruck bringen, dass wir mit der Vorgangsweise der Rathausmehrheit nicht einverstanden sind. Die Auftragsvergabe an das Büro Vogt steht auf der Tagesordnung der nächsten Stadtvertretungssitzung am 12. Juli. Wie soll der Stadtrat beschließen, was erst in der Stadtvertretung beschlossen werden soll?“ Zudem fürchtet Ritsch, dass bei dieser Vorgehensweise der Casino-Brunnen geschliffen und die Bäume rund um den Brunnen gefällt werden, ehe noch ein fertiger Plan für die Vorplatzgestaltung vorliegt.

Bäume erhalten

Genau dieser Argumentation kann Bürgermeister DI Markus Linhart nicht folgen: „Erst wenn wir das Büro Vogt mit der weiteren Planung beauftragen, kann ein fertiger Plan vorliegen.“ „Das ist parteipolitisches Kalkül ohne jede Sachlichkeit“, geht Grünen-Chef und Vizebürgermeister Gernot Kiermayr in die Offensive. „Wir stehen zu dem Ergebnis des Bürgerbeteiligungsverfahrens und stellen das Projekt Vogt nicht in Frage. Soweit es in diesem Bereich schützenswerte Bäume gibt, werden wir natürlich darauf bestehen, dass diese nicht gefällt werden. Bäume jedoch, die vor zwanzig Jahren gepflanzt wurden sind sicher nicht schützenswert und können durch Neupflanzungen ersetzt werden“, so Kiermayr weiter. „Ich möchte erst wissen, wie sich das Projekt Vogt auf die zehn Kastanienbäume rund um den Brunnen auswirkt, bevor ich zustimme“, meint hingegen Stadtrat Ritsch.

Bürger für „Vogt“

„Und vorher darf kein Baum gefällt werden“ verteidigt er den bestehenden Baumbestand. „Wir werden in der Clubsitzung am 11. Juli, also am Tag vor der Stadtvertretung, unsere weitere Vorgehensweise festlegen.“ Das vom Zürcher Landschaftsarchitekten Günther Vogt vorgelegte Konzept hatte im Bürgerbeteiligungsverfahren den größten Zuspruch erhalten, es berücksichtigt auch den Wunsch der Bregenzer nach einem Brunnen.

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