Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Auf "Ghetto-Tour" in der Achsiedlung

Die Truppe der Offenen Jugendarbeit Feldkirch, zusammen mit Rita Mittelberger (Jugendtreff Westend – Dritte von rechts).
Die Truppe der Offenen Jugendarbeit Feldkirch, zusammen mit Rita Mittelberger (Jugendtreff Westend – Dritte von rechts). ©MiK
Bregenz - „Ghetto“, sozialer Brennpunkt, Problemviertel – die Achsiedlung in Bregenz hat nicht den besten Ruf. Jugendliche der OJA Feldkirch wollten sich selbst ein Bild von Vorarl­bergs größter Siedlung machen und kamen zum Ergebnis: Die Klischees entsprechen nicht der Wahrheit.
Tour durch die Achsiedlung

„Ghettoflavour – Sag‘ mir wo du wohnst und ich sag‘ dir wer du bist!“: So lautet ein aktuelles Projekt zu Gewaltprävention der Offenen Jugendarbeit Feldkirch. Start war der fachliche Input für JugendbetreuerInnen und am Projekt teilnehmende Jugendliche im März dieses Jahres, bei welchem das Jüdische Museum in Hohenems besichtigt wurde. Dabei ging es vor allem darum, dem Ursprung des Begriffs ‚Ghetto‘ auf den Grund zu gehen und den Begriff von damals mit dem heutigen zu vergleichen. Zudem wurde die Stigmatisierung von Randgruppen thematisiert. Vor wenigen Tagen begab sich dann eine Gruppe Jugendlicher auf den Weg, um verschiedene, von Jungen gerne als „Ghetto-Hotspots“ bezeichnete Orte in Vorarlberg zu besichtigen – darunter auch die Achsiedlung in Bregenz. Dabei ging es darum, eine andere Perspektive einzunehmen, den Blickwinkel zu verschieben, Klischees aufzubrechen und Vorurteile abzubauen.

„War positiv überrascht“

Gerhard Keckeis, Geschäftsführer der Offenen Jugendarbeit Feldkirch, begleitete die Jugendlichen auf dem Ausflug in die Achsiedlung. Er erklärt: „Ich war vor der Tour gespannt, wie sich der Tag entwickeln würde und wurde von den Jugendlichen und den Begegnungen sehr positiv überrascht. Auch habe ich neue, tolle Plätze entdeckt. Viele Gespräche vor Ort und vor allem die Führung durch Jugendliche aus der Siedlung durch ihren Lebensraum waren bereichernd. Vielen Dank an dieser Stelle! Wer entsprechende Vorurteile hat, dem empfehle ich einen Spaziergang durch eine sogenannte ‚Problemsiedlung‘ und Gespräche vor Ort. Man wird entdecken, dass ein ‚Ghetto‘ nicht von den Menschen einer Siedlung gemacht wird, sondern von einer Gesellschaft, die Vorurteile unreflektiert wiederholt. Für uns alle war es auf jeden Fall ein schöner und erfüllender Tag.

Statements der Jugendlichen

David, 11 ­Jahre, ­Götzis: „In Vorarl­berg gibt es eigentlich gar keine ‚Ghettos‘. Die Vorarl­berger denken einfach, wenn viele Ausländer bzw. andere Kulturen zusammen leben, dass das dann ein ‚Ghetto‘ ist. Aber sie kennen die Menschen dort gar nicht. Das sind alles nur Vorurteile.“

Alisa, 15 Jahre, Frastanz: „Finde es toll, andere Orte kennen zu lernen“. „Es war heute ein sehr spannender Tag für mich. Ich finde es toll, andere Orte sowie die Menschen, die dort leben, kennen zu lernen und dabei eventuelle Vorurteile abzulegen.“

Börni, 13 Jahre, Frastanz: „Es ist hier nicht anders als sonstwo“. „Es ist gar nicht so schlimm, in einem sogenannten ‚Ghetto‘ aufzuwachsen, weil es eigentlich gar nicht so anders ist, als in anderen Wohngegenden. Für die Menschen ist es ein Zuhause und sie fühlen sich wohl hier. Man sollte Menschen nicht aufgrund ihres Wohnortes ausgrenzen.“

Hilmi, 12 Jahre, Feldkirch: „Habe viele neue Orte gesehen“ „Bei der ‚Ghetto-Tour‘ habe ich viele neue Orte gesehen. Manche davon finde ich gefährlich, andere wiederum nicht. Ich würde alleine in der Nacht nicht überall hingehen. Ich habe aber auch Plätze kennen gelernt, von denen ich dachte, dass sie bedrohlich sind, und die ich nun, nachdem ich sie besucht habe, ganz normal finde.“

Ghetto – Begriffserklärung nach Wikipedia

Im Spätmittelalter wurde den Juden ein Ghetto oder eine Judengasse als Lebensraum zugewiesen und von ihnen bis zur Neuzeit bewohnt. Während des Zweiten Weltkrieges wurden von den Nationalsozialisten für deportierte Juden Ghettos in Polen (Bild) und der Tschechoslowakei eingerichtet. Diese Lager dienten vor deren Transport in die Vernichtungslager als Übergangsstationen. Heute werden auch Stadtviertel als Ghetto bezeichnet, in denen vorwiegend bestimmte ethnische Gruppen oder soziale Randgruppen leben. Übertragen findet er auch im Diskurs um abgrenzbare soziale Strukturen (Subkulturen, Soziale Netzwerke) Anwendung.

(WANN & WO)

Hier die ganze WANN & WO-Ausgabe online lesen

 

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Bregenz
  • Auf "Ghetto-Tour" in der Achsiedlung
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen