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Auf der perfekten Welle den fünf Ringen entgegen

56 Jahre nach der Premiere kommen in Tokio wieder Ländle-Segler zu olympischen Ehren.
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Es war die Belohnung für sieben Jahre harter Arbeit. Der 27-jährige Wolfurter Benjamin Bildstein und sein gleichaltriger Vorschoter David Hussl aus Terfens in Tirol haben bei der Weltmeisterschaft im neuseeländischen Auckland ihre sportliche Reifeprüfung abgelegt und das Ticket für die Sommerspiele 2020 in Tokio gelöst. Ein sechster WM-Rang im olympischen 49er reichte den Seglern des Yachtclubs Bregenz zur Erfüllung ihres großen Traums.

Kreis schließt sich

Mit der Teilnahme an den Sommerspielen 2020 in Tokio schließt sich ein Kreis. „1964 kam mit Karl Geiger und Werner Fischer im Flying Dutchman erstmals ein Vorarlberger Segelduo zu olympischen Ehren. Werner war ein toller Mensch, der mir nahe gestanden ist und sich stets um die Segeljugend gekümmert hat. Ich muss öfters daran denken, wie er mit uns als Optimistensegler in Spanien Neujahr gefeiert hat“, erinnert sich Bildstein an den 2011 verstorbenen Fischer. 1964 fanden die Olympischen Sommerspiele ebenfalls in Tokio statt. „2020 wird wieder mindestens eine Mannschaft des YC Bregenz in der japanischen Metropole am Start stehen – das ist einfach genial!“, freut sich Bildstein. „Für mich war es stets ein Lebensziel, einmal im Verlauf meiner Karriere bei Olympischen Spielen am Start zu sein.“ So wie bei ihren Vorgängern können Bildstein und Hussl trotz ihrer Jugend auf eine lange und erfolgreiche Zusammenarbeit verweisen. Zunächst als Gegner in der Optiklasse wurde 2011 die Idee geboren, gemeinsam im olympischen 49er das Glück zu versuchen. Basis dafür war die gemeinsame Zeit in der Segelakademie Mehrerau.

„Liebe auf den ersten Blick“

„Es war Liebe auf den ersten Blick. Wir mussten nicht viel miteinander reden. Ein Blick genügte und beide wussten, was zu machen ist. Nicht zuletzt durch die Vielzahl an Erfolgen im Nachwuchs war schnell klar, dass es die richtige Entscheidung war“, erinnert sich Bildstein an die Anfänge zurück. Nach WM-Silber und Bronze in der Unter-23-Klasse konnte das YC-Bregenz-Duo auch im Weltcup nahtlos an die Erfolge anschließen. Einziger Wermutstropfen war zunächst der Umstand, dass man auf nationaler Ebene im Schatten von Nico Delle Karth/Niko Resch stand. Nachdem das OeSV-Duo acht Monate nach Rio 2016 seinen Rücktritt bekannt gab, war der Weg endlich für Bildstein/Hussl frei.

Zahlreiche Rückschläge

Doch das Erreichen des sportlichen Lebensziels war in den letzten zwei Jahren von zahlreichen Rückschlägen, speziell durch Verletzungen, geprägt.

Vor allem die verpasste Olympiaqualifikation bei der WM 2018 in Dänemark ließ die Träume in weite Entfernung rücken. Gleichzeitig sorgte es dafür, dass an der Qualitätsschraube noch einmal kräftig gedreht wurde. „Wir haben über eineinhalb Jahre jedes Training und jeden Wettkampf auf die WM 2019 ausgerichtet. Wir haben jede Sekunde diesem Traum untergeordnet. Nach oft zehnstündigen Trainingseinheiten haben wir alle Daten akribisch aufgearbeitet. Doch die Erfüllung unseres Lebensziels hat uns die notwendige Kraft gegeben, die pysischen und psychischen Strapazen zu bewältigen. Rückblickend haben wir nicht nur einmal unsere Belastungsgrenzen überschritten und es gab Momente, in denen wir uns die Sinnfrage gestellt haben. Doch immer, wenn so eine Situation gekommen ist, hat einer im Team das Feuer neu entfacht“, so Benjamin Bildstein. Ihrer Premiere im Zeichen der fünf Ringe blicken die HLSZ-Sportsoldaten positiv entgegen: „Dabei sein ist alles zählt für uns nicht! Unser Ziel ist, alles zu geben, um im Kampf um die Medaillen mitzumischen. Die Chance dafür ist auf jedenfall gegeben“, ist sich Bildstein sicher.      

Zitat: Benjamin Bildstein und David Hussl sind bei den Sommerspielen auf Goldkurs.

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