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Auf der Hut vor Skinhead-Aufmarsch

Um für einen möglichen Skinhead-Aufmarsch gerüstet zu sein, werden seit den Vormittagsstunden die Grenzübergänge nach Vorarlberg sowie die Zufahrtsstraßen nach Bregenz von Exekutivkräften überwacht.

Es gebe derzeit aber keine konkreten Hinweise aus gesicherter Quelle, dass Skinheads nach Vorarlberg kommen würden, sagte der stellvertretende Sicherheitsdirektor Hans-Peter Ludescher auf APA-Anfrage. Nach dem Ertrinkungs-Tod einer 23-Jährigen bei einem Skinhead-Konzert im Bregenzerwald hatten Skinheads für heute um einen Trauermarsch angesucht – dieser wurde aber von der Sicherheitsdirektion untersagt.

Es gebe etwa auf einschlägigen Internet-Seiten sowohl Hinweise für einen Skinhead-Aufmarsch, gleichzeitig aber auch Anhaltspunkte, die für ein Ausbleiben der Skinheads sprächen, so Ludescher. „Konkrete Hinweise aus gesicherter Quelle liegen uns für keine der beiden Möglichkeiten vor“, bekannte der stellvertretende Sicherheitsdirektor. Deshalb habe man sich dazu entschlossen, die Grenzen und den Großraum Bregenz zu überwachen. „Exekutivbeamte beobachten, ob Verdächtige einreisen und führen gegebenenfalls Kontrollen durch“, sagte Ludescher. Mehr als 100 zusätzliche Beamte seien im Einsatz. Wie lange die Überwachung aufrecht bliebe, konnte Ludescher zu Mittag noch nicht sagen. „Das hängt von der weiteren Entwicklung ab.“

Die heute getroffenen Maßnahmen sind auch eine Reaktion auf die Vorkommnisse im Dezember 2002: Damals war in Vorarlberg ebenfalls eine Skinhead-Demo untersagt worden. Statt der Demonstration in der Bregenzer Innenstadt hatten die Skinheads anschließend aber kurzerhand ein Konzert in Rankweil bei Feldkirch organisiert, zu dem etwa 150 Jugendliche gekommen waren. Ähnliches soll heute verhindert werden.

Bereits am Dienstag hatte die Vorarlberger Sicherheitsdirektion das Ansuchen von Skinheads der „Blood & Honour“ („Blut & Ehre“)-Bewegung auf Abhaltung eines Trauermarschs durch Bregenz zurückgewiesen. Im Ermittlungsverfahren habe sich gezeigt, dass es bei Veranstaltungen der „Blood & Honour“-Skinheads immer wieder zu gesetzeswidrigen Tatbeständen gekommen sei. „Das wäre auch am Samstag zu befürchten gewesen“, hatte Sicherheitsdirektor Elmar Marent das Verbot des Trauermarsches begründet. „Blood & Honour“ ist ein international agierendes rechtsextremes Netzwerk. Im Herbst 2000 wurde es in Deutschland verboten. Der Trauermarsch hätte im Gedenken an eine 23-jährige Münchnerin stattfinden sollen, die am 9. Oktober bei einem Skinheadkonzert im Bregenzerwald ertrunken ist.

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