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Auf den Spuren türkischer Mystiker

Uwe Martin trug Texte der türkischen Mystiker vor.
Uwe Martin trug Texte der türkischen Mystiker vor. ©lcf
Auf den Spuren türkischer Mystiker

Dornbirn. Die Stadtbücherei widmete einen Abend den Texten und Liedern türkischer Volksdichter.
„Komm, lass uns kennenlernen, die Frage vereinfachen, lieben und geliebt werden, die Welt bleibt niemandem erhalten“, schrieb Yunus Emre bereits im dreizehnten Jahrhundert. Diesem großen türkischen Volksdichter und seinem Zeitgefährten Dschalal ad-Din Muhammad Rumi genannt „Maulana“ war der von Uwe Martin in der Dornbirner Stadtbücherei veranstaltete Abend gewidmet. „Ich habe schon länger eine Affinität für die türkische Kultur. Bei einer Türkei-Reise vor drei Jahren habe ich die Faszination für die türkischen Mystiker wieder entdeckt“, sagt Martin. Yunus Emre ist in der türkischen Kultur ein Begriff. Seinen Ruhm hat er neben seiner Philosophie, seiner Phantasie und seinen Gefühlen, an erster Stelle seiner meisterhaften Verwendung der türkischen Sprache zu verdanken. Er war der erste große Dichter, der die Volkssprache für lyrische Zwecke benutzt hat. Gleichzeitig begründete er die Tradition des singbaren, einfachen mystischen Liedes. Sämtliche Werke Yunus Emres sind als Gesangbücher überliefert und werden auch heute noch in der Türkei gesungen. Mit seiner politischen Haltung gegen religiöse Intoleranz, Rassismus und Ungerechtigkeit gewinnt sein Werk auch für die heutige Zeit an Brisanz und Aktualität. „16 Prozent unserer Leser haben einen Migrations-Hintergrund. Wir möchten auch diese Gruppe mit unseren Veranstaltungen ansprechen und einen Beitrag zu gelebter Integration liefern“, erklärt die Leiterin der Stadtbücherei Ulrike Unterthurner. So wurden die Texte an diesem Abend auch abwechselnd in Deutsch und Türkisch vorgetragen. „Heute lernen Sie Türkisch“, lachte Aydin Balli, der den türkischen Part der erkrankten Elizabeth Hintner übernommen hatte. Gleichzeitig sorgte er mit seinem Gesang und der meisterhaften Darbietung auf dem Oud und der Saz für orientalische Stimmung. Einer der Höhepunkte des Abends war, als einige Zuhörer spontan in die türkischen Volksmelodien einstimmten und einen greifbaren Beweis für den Dialog zwischen West und Ost lieferten.

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