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Auf bestem Weg in eine gute und sichere Zukunft

Im zweiten Anlauf zum positiven Asylbescheid.
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Er strahlt, als ob ihm das ganze Glück dieser Welt hold gewesen wäre. In gewisser Weise stimmt es wohl, denn endlich hält Mohammad Noor Nazari (24) einen positiven Asylbescheid in Händen. Im zweiten Anlauf hat sich das Blatt für den jungen Afghanen doch noch zum Guten gewendet. „Jetzt kann ich mir meinen Traum vom Pflegeberuf erfüllen“, freut sich Mohammad. Erste Schritte hat er mit dem erfolgreichen Absolvieren des Heimhilfe-Lehrganges bereits gesetzt. Nun hofft er auf einen Platz in der Kathi-Lampert-Schule in Götzis, um eine Pflegeassistenz-Ausbildung beginnen zu können. „Das wäre mein größter Wunsch für das neue Jahr“, merkt er schüchtern an. Auf diese Weise will er sich Schritt für Schritt seinem beruflichen Ziel annähern. „Wo ein Wille, ist auch ein Weg“, meint er und lächelt. ­Mohammad Nazari ist bereit, alle Hürden zu nehmen.

Job in der Tasche

Schon fix in der Tasche hat Mohammad eine Stelle im Seniorenzentrum Satteins. Er kennt das Haus und die Menschen aus seiner monatelangen ehrenamtlichen Tätigkeit. Dass er ab 2. Jänner hauptberuflich dort arbeiten kann, macht ihn stolz, treibt ihn gleichzeitig aber auch an. So hat er etwa die Weichen für einen Deutschkurs auf B2-Niveau, den er für die Schule braucht, schon gestellt und die Suche nach einer kleinen Wohnung aufgenommen. Derzeit lebt Nazari in einem Neun-Quadratmeter-Zimmerchen im dritten Stock des Flüchtlingsheims der Caritas in Gais. Nach einer abenteuerlichen Flucht aus Afghanistan spülte ihn die Verteilungsquote nach Vorarlberg. Als er hier ankam, begann für den jungen Mann ein neues Leben. In seinem Heimatland war es nichts mehr wert. Weil er sich weigerte, seinen Job auf dem Flughafen von Kandahar, wo er für eine amerikanische Firma arbeitete, aufzugeben, wurde er massiv von den Taliban bedroht. „Wäre ich jetzt noch dort, müsste ich für sie in den Krieg“, erzählt Mohammad. Schließlich trieb ihn die ständige Angst in die Flucht.

Der erste Versuch ging schief. Die Gruppe, mit der Mohammad unterwegs war, wurde im Iran von der Polizei erwischt und abgeschoben. An die Überfahrt in dem mit Flüchtlingen vollbesetzten Schlauchboot erinnert er sich nur ungern. „Es war gefährlich, einfach schrecklich.“ In Griechenland wurden sie in einem Güterzug versteckt und nach Ungarn verfrachtet. Dort und später dann in Österreich bekam es Mohammad wieder mit Polizisten zu tun. „Aber die waren sehr höflich.“ In Gais fand die Odyssee schließlich ein Ende.

Wartezeit gut genützt

Einfach gestaltete sich der Neubeginn jedoch nicht. Der erste Asylantrag, den Mohammad Noor Nazari stellte, wurde abgelehnt. Er ging in Berufung und bekam eine Anhörung beim Bundesamt für Asylwesen in Wien zugestanden. Die Zeit des mit viel Bangen verbundenen Wartens nützte Mohammad, um Deutsch zu lernen, die Schule und verschiedene Kurse zu besuchen sowie Kontakte zu Einheimischen zu knüpfen. Die nahmen den sympathischen Flüchtling gerne in ihre Mitte. „Sogar das Jassen habe ich bei ihnen gelernt“, merkt er mit jungenhaftem Schmunzeln an. Sein aufgeschlossenes Wesen brachte ihm zahlreiche Empfehlungsschreiben ein, die ihm als Unterstützung auf dem Weg zum Bleiberecht dienen sollten.

Den Bescheid gefeiert

Neun Monate dauerte es, bis die Behörde ihre Entscheidung in einen Bescheid goss. Für Mohammad war es eine Talfahrt der Gefühle. Die Angst vor einem neuerlichen negativen Bescheid saß tief. „Ich konnte nur hoffen.“ Seine Zuversicht, die er sich trotz allem bewahrte, ließ ihn nicht im Stich. Seit wenigen Wochen hat der junge Afghane wieder eine Zukunft. Den positiven Bescheid feierte er mit Bekannten und Freunden gemeinsam. „Zur Feier des Tages sind wir in ein Restaurant gegangen“, sagt er. Auch die Mutter, die in Afghanistan zurückblieb, ist glücklich, weil sie ihren Sohn
in Sicherheit weiß.

Wäre der Bescheid negativ ausgefallen, hätte Mohammad Nazari das Land laut eigenem Bekunden freiwillig verlassen und sein Glück in Frankreich versucht. „Aber lieber bin ich in Österreich bzw. in Vorarlberg. Hier fühle ich mich wohl, hier bekomme ich die Chance, mir meinen Berufswunsch zu erfüllen.“ Mohammad Noor Nazari klingt beseelt und glücklich.

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