Auer kritisiert Swoboda

Mehr Druck auf große Unternehmen, Lehrlinge auszubilden, forderte die Vizepräsidentin der Vorarlberger Arbeiterkammer und Landesgeschäftsführerin des ÖGB, Manuela Auer.

In einem ORF-Interview mit Radio Vorarlberg am Samstag kritisierte Auer auch ihren Parteikollegen Hannes Swoboda in Bezug auf die Dienstleistungsrichtlinie der EU.

„Der Kompromiss, den Sozial- und Christdemokraten im EU-Parlament ausgehandelt haben, ist eine absolut schwindlige Einigung und unannehmbar“, betonte die Vizepräsidentin der Vorarlberger Arbeiterkammer. Der Kompromiss entspreche in keinster Weise den Forderungen der Arbeiterkammern und der Gewerkschaften. „Ich sehe, wie sich jetzt schon die Liberalisierung auf den Arbeitsmarkt auswirkt und ich kann nicht verstehen, dass diese Einigung so zu Stande gekommen ist“, sagte Auer und betonte, diese Kritik gelte vor allem ihrem Parteikollegen Hannes Swoboda.

Bei einem Jugendbeschäftigungsgipfel haben die Vorarlberger Landesregierung und das Arbeitsmarktservice am Freitag beschlossen, 6,5 Millionen Euro für Maßnahmen zur Jugendbeschäftigung vor allem für Schulungen bereit zu stellen. Auer lobte im ORF-Interview diese Maßnahmen, meinte aber, „immer nur neue Schulungen anzubieten ist zu wenig“. Schulung heiße noch nicht, einen Job zu haben. Die Wirtschaft müsse einerseits motiviert werden, Lehrlinge auszubilden. Andererseits müsse die Politik Druck auf große Unternehmen ausüben, die immer weniger Lehrlinge ausbilden. Die ÖGB-Landesgeschäftsführerin forderte in diesem Zusammenhang, die Lehrstellen-Situation in der Industrie zu analysieren. Das Modell der Elektro-Metall-Branche, wo alle Betriebe in einen Fonds einzahlen, der für die Lehrlingsausbildung verwendet wird, sollte nach Ansicht von Auer auch auf andere Branchen ausgeweitet werden. „Es darf nicht sein, dass sich große Unternehmen vor der Lehrlingsausbildung drücken und mit Fachkräften bedienen, die von anderen ausgebildet wurden.“ Dagegen müsse politisch Druck gemacht werden.

Manuela Auer wurde 1999 in die Arbeiterkammer-Vollversammlung gewählt. Im Jahr 2000 übernahm sie die Geschäftsführung des Gewerkschaftsbundes, und 2004 gewann Auer als Spitzenkandidatin der SPÖ-Gewerkschafter 19 Prozent dazu und brach die schwarze Mehrheit in der Vorarlberger Arbeiterkammer. Seither nehme die Arbeiterkammer wieder stärker ihre Interessensvertretung wahr, wie zum Beispiel bei der EU-Dienstleistungsrichtlinie und stelle nicht nur die Serviceorganisation in den Vordergrund, sagte Auer.

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