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Auch Schulen sind von Sparmaßnahmen betroffen

Mit einer Unterschriftenaktion kämpfen Eltern um den Erhalt der Schule und Sprengelerweiterung.
Mit einer Unterschriftenaktion kämpfen Eltern um den Erhalt der Schule und Sprengelerweiterung. ©edithhaemmerle
VS Heilgereuthe

Eltern wehren sich mit einer Unterschriftenaktion gegen die Schließung der Bergschule.

Dornbirn. „Ausgewogen 2015“. In allen Fraktionen der Stadt Dornbirn werden Vorschläge im Sinne der Effizienz erarbeitet. Von den Sparmaßnahmen sind auch Schulen und Bildung nicht ausgeschlossen. Im Entwurf des Dornbirner Schulkonzeptes 2009 war von einer möglichen Schließung von Bergschulen die Rede. Ein Vorschlag lautet: Zusammenlegung der Volksschulen Winsau und Heilgereuthe mit Standort Winsau. Damit wäre der Montessori-VS Heilgereuthe ein Ende gesetzt. Betroffene Eltern am Haselstauderberg haben die Initiative ergriffen. In der Schule Heilgereuthe waren am Samstag, 3. März, die Türen zu einer Diskussion und Unterschriftenaktion geöffnet. Der Elternverein der Schule lud zusammen mit der Leitung zu einem „Tag der offenen Tür“. Zur Diskussion eingeladen waren Dr. Roland Andergassen und StR. Werner Posch als Vertreter der Stadt Dornbirn.

Unterschriftenaktion
Der ausdrückliche Wunsch der Eltern war es bereits seit Jänner dieses Jahres, die VS Heilgereuthe längerfristig abzusichern. Dazu fordern sie eine Erweiterung des Schulsprengels um die Parzellen Hof, Burg, Knie, Ruschen und Hermann-Gmeiner-Weg. Mit einer Unterschriftenaktion unterstützen die Eltern ihren Wunsch. Die Kleinschule Heilgereuthe, an der nach der Pädagogik von Maria Montessori unterrichtet wird, platzte an diesem Tag fast aus den Nähten. Wie wichtig für Eltern und Schüler dieses Anliegen ist, wurde damit deutlich. Die Diskussion gestaltete sich lebhaft. Weshalb bei den Sparmaßnahmen gerade die Bildung und Familien hart getroffen sind, stieß auf Unverständnis. Auch warum ausgerechnet die VS Heilgereuthe mit 27 Schülern vom Schließen bedroht ist, und die VS Winsau mit 18 Schülern als Alternative bestehen bleibt, wurde heiß diskutiert. Die Schulwege für die Kinder werden dadurch länger und gefährlicher.

Standort Schule Winsau
Zu diesem Punkt gab Dr. Roland Andergassen (Stadt Dornbirn) folgende Erklärung: „Die Schule in Winsau ist räumlich größer und verfügt über einen Turnsaal.“ Zudem verweigere die BH Dornbirn seit zwei Jahren Schulzuweisungen aus anderen Sprengeln. Der SOS-Kindergarten am Knie werde aufgelöst. Deshalb biete sich an, die bisherige Montessori-Volksschule Heilgereuthe als Kindergarten zu führen. Zur Schule nach Winsau gebe es gute Busverbindungen, so die Erläuterungen von Dr. Andergassen bezüglich der Sparmaßnahmen von Stadt und Land.
Bergschulen erhalten
Eine andere Stellungnahme kam von SPÖ-Stadtrat Werner Posch: „Wir treten für den Erhalt der VS Heilgereuthe ein. Die Stadt soll sich im Sinne der Stärkung der dörflichen Strukturen auch langfristig zu ihren Bergschulen bekennen. Die Schule bildet ein wichtiges soziales Zentrum für die Bergparzellen und wirkt sich positiv auf die Lebendigkeit des Dorflebens aus. Die Parzellen im Umfeld der Schulen wurden in den vergangenen Jahren an das Kanalnetz angeschlossen. Damit wurde die Voraussetzung für zukünftige Bautätigkeit geschaffen“, bekundet der Schulstadtrat auch die Meinung seiner Fraktion. Und fügte noch ergänzend an, dass durch den Zuzug von Familien die Auslastung der Schule zukünftig gesichert werde.

Schulsprengel erweitern
Norbert Grabher, der seit 17 Jahren die Montessori-VS Heilgereuthe leitet, hat klare Vorstellungen: „Wir wollen die Erweiterung des Schulsprengels. Das Einverständnis der VS Haselstauden liegt bereits vor. Die Schule Heilgereuthe soll bestehen bleiben. Vor drei Jahren wurde bereits die Vergößerung des Schulsprengels diskutiert“, erwähnt Grabher und drückt damit sein Unverständnis aus, dass jetzt von einer Schließung die Rede ist. Den Eltern gehe es vor allem um die Sicherheit ihrer Kinder. Auch Isolde Sohm, die am Achrain wohnt, äußert ihre Bedenken. Zwei ihrer Kinder besuchen die VS Heilgereuthe. Bei einer Schließung müssten ihre Kinder nach Winsau zur Schule. Der Weg zur Bushaltestelle führt direkt an der gefährlichen Hauptstraße entlang, begründet sie ihren Einwand zur möglichen Schließung der VS Heilgereuthe. Auch die Möglichkeit für eine freie Schulwahl, sprich Montessori-Pädagogik, wäre für den Großteil der Eltern ein herber Verlust.
Bis zum 21. März müssen alle Fraktionen die eingebrachten Vorschläge zu „Ausgewogen 2015“ diskutieren. Dann soll ein Entschluss gefasst werden. Bis dahin gibt es für die Betroffenen nur ein banges Hoffen.

Schülerzahlen von Kleinschulen im Schuljahr 2011/2012
VS Dornbirn-Ebnit: 7
VS Dornbirn-Gütle: 20
VS Dornbirn-Heilgereuthe: 27
VS Dornbirn-Kehlegg: 29
VS Dornbirn-Winsau: 18
VS Dornbirn-Watzenegg: 56

Einschulende im Zeitraum 2012 bis 2017
VS Heilgereuthe: 24
VS Winsau: 12

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