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Auch Reporter Gilligan verlässt die BBC

Zwei Tage nach der Veröffentlichung des Untersuchungsberichts zum Selbstmord des britischen Waffenexperten Kelly hat auch BBC-Reporter Gilligan seine Kündigung bei dem Sender eingereicht.

Zugleich entschuldigte er sich am Freitagabend für seinen umstrittenen Bericht vom 29. Mai vergangenen Jahres. Der schon am Donnerstag zurückgetretene BBC-Intendant Greg Dyke bezichtigte die Hutton-Kommission zum Fall Kelly der Voreingenommenheit. Die BBC sei auf unfaire Art abgestraft worden.

„Meine Kündigung erfolgt aus eigenen Stücken”, erklärte Gilligan. Er beklagte sich darüber, dass die BBC kollektiv das Opfer einer großen Ungerechtigkeit geworden sei. Er habe sich zum Rücktritt entschlossen, um den Sender zu schützen. Zugleich übernehme er die Verantwortung für seinen Anteil an dieser Krise, sagte Gilligan.

Auch Dyke betonte, der Bericht von Lordrichter Hutton habe sich auf unfaire Weise gegen den Rundfunksender gerichtet, während die britische Regierung völlig ungeschoren davongekommen sei. Diese mangelnde Fairness könnte Folgen für die Freiheit der gesamten Medienbranche in Großbritannien haben. Die gesamte BBC-Führung sowie ihre Rechtsberater seien überrascht, wenn nicht schockiert über den Kommissionsbericht. Hutton habe über praktisch jedes Mitglied der Regierung wohlwollend geurteilt, während er an die Adresse der BBC ausschließlich Kritik gerichtet habe.

Dyke verteidigte die Übertragung des umstrittenen Rundfunkberichts, wonach die britische Regierung die von irakischen Massenvernichtungswaffen ausgehende Bedrohung aufgebauscht haben soll, um einen Krieg gegen Irak zu rechtfertigen. Als Quelle dieser Sendung wurde später der im Verteidigungsministerium beschäftigte Waffenexperte David Kelly benannt, der im vergangenen Juli Selbstmord beging. Hutton nannte den Radiobeitrag völlig unhaltbar und warf der BBC vor, in ihrer Berichterstattung wichtige Fakten nicht überprüft und dieses Versäumnis später nicht eingestanden zu haben.

Dyke hielt dem entgegen, Lordrichter Hutton sei offenbar der Ansicht, ein Sender oder eine Zeitung müssten vor ihren Veröffentlichungen zunächst beweisen, dass die Aussagen eines Informanten korrekt seien. „Das würde das Gesetz in diesem Land verändern”, sagte er. Nach der Entscheidung der Kommission müsse nicht nur die BBC besorgt sein, sondern jeder Journalist, jeder Sender und jede Zeitung in Großbritannien.

Die BBC hatte am Donnerstag Fehler in der Berichterstattung eingeräumt und sich entschuldigt. Gleichzeitig trat Dyke zurück – wie nach der Veröffentlichung des Hutton-Berichts tags zuvor schon der BBC-Rundfunkratsvorsitzende Gavyn Davies. Premierminister Tony Blair nahm die Entschuldigung an. Der langjährige BBC-Produzent David Attenborough indessen kritisierte die Entwicklungen am Freitag als Schande. Die BBC hätte sich nicht so erniedrigen lassen dürfen.

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