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Auch Polizei-Kommission sieht "Beißer" schuldig – Geldstrafe

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Bregenz - Vom Oberlandesgericht Innsbruck wurde der 51-jährige Polizist bereits vor einem Jahr zu 9000 Euro bedingter Geldstrafe wegen Körperverletzung mit Misshandlungsvorsatz verurteilt.

Am Donnerstag hat nun auch das innerpolizeiliche Dizip­linarverfahren seinen Abschluss gefunden. Nach den der VN vorliegenden, gesicherten Informationen wurde der ehemalige Postenkommandant aus dem Bezirk Bregenz zu einer Geldstrafe verurteilt. 2500 Euro muss der Polizist, der seit dem Vorfall Innendienst im Landespolizeikommando schieben muss, berappen – wegen Verletzung der Dienstpflichten. Wie die VN im August 2008 exklusiv berichteten, hat er eine junge Polizistin auf dem Posten gebissen, an ihren langen Haaren gezogen und kurz ins Klo eingesperrt. „Sie musste über Handy einen anderen Kollegen um Hilfe bitten, damit sie befreit wird“, schilderten Polizisten damals der Zeitung.

LG Feldkirch sprach ihn frei

Das Feldkircher Landesgericht kam in der ersten Instanz noch zur Überzeugung, der Polizist hätte sein Tun „spaßhaft“ gemeint. Der Mann wurde vom Vorwurf der Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung zunächst freigesprochen. Dagegen erhob die Staatsanwaltschaft dann aber Einspruch – und die Innsbrucker Richter hoben das Urteil prompt auf, verurteilten den Mann. Dieser blieb bei seiner Aussage: Er habe die Frau lediglich „kollegial“ angefasst und nie verletzt.

Polizei darf nichts bestätigen

Auf VN-Anfrage wollten sich gestern Abend weder Landespolizeikommandant Manfred Bliem noch sein Stellvertreter Siegbert Denz zum Urteil äußern oder es bestätigen: „Es gibt keine Bekanntgabe von Disziplinar-Urteilen. Das ist nicht vorgesehen.“ Dass der bissige Polizist nicht sofort nach Bekanntwerden der Vorwürfe suspendiert worden war, sorgte 2008 für Aufregung. Innenministerin Fekter kritisierte Polizeichef Bliem scharf: „Ich sehe es als Fehler, dass der Landespolizeikommandant keine Suspendierung bis zur endgültigen Klärung dieser Vorwürfe vorgenommen hat.“ Auf seinen ehemaligen Posten im Bezirk Bregenz darf der 51-Jährige nicht mehr zurück, er wird weiterhin im Innendienst bleiben.

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