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Auch Odysseus watete im Blut der Gegner

Tatja Seibt und Joachim Bliese lasen aus der „Odyssee“.
Tatja Seibt und Joachim Bliese lasen aus der „Odyssee“. ©TAS
TAK: Homers „Odyssee“ wurde  als packende szenische Lesung präsentiert.

 

Schaan. (sch)  Die Alexander S. Onassis Public Benefit Foundation Vaduz, deren Hauptanliegen die Förderung der griechischen Kultur darstellt, hat vor einigen Jahren den Homer-Zyklus („Ilias“ und „Odyssee“) in Vaduz und dann ebenso erfolgreich in Berlin aufgeführt. Im TAK wurde kürzlich eine neue, gekürzte Version der „Odyssee“ in der Regie des bekannten Theatermannes Hajo Kurzenberger als szenische Lesung präsentiert. Zwar mit sparsamer Gestik, aber dennoch bildhaft und dramatisch durch die die sensible Stimmbehandlung, führten der große deutsche Charakterdarsteller Joachim Bliese (geb.1932 und im TAK als „Minetti“ von Thomas Bernhard und durch die „Faust II“-Lesung in bester Erinnerung) und Tatja Seibt, die vor allem vom Fernsehen bekannte deutsche Mimin,  geb. 1944 („spiele meist Mörderinnen!“), in 90 Minuten packend durch das umfangreiche, auf wesentliche Episoden reduzierte Epos Homers.

 

Karge Inszenierung

Regisseur Hajo Kurzenberger vemied jedes ablenkende Requisit, die Protagonisten saßen links und rechts auf der Bühne an ihren Lesetischen; kurze Einspielungen von Musik, Getöse der Naturgewalten mit Lichtdesign bzw. Kampfeslärm untermalten die als Dialoge gestaltete Lesung. Im ersten Teil (ohne Pause) ging es um die Irrfahrt des Helden, der alle seine Gefährten verliert und zahlreiche Abenteuer zu bestehen hat (Kyklop Polyphem, die verführerische Kirke, das Seeungeheuer Szylla und Charybdis) … Der zweite Teil der Lesung fokussierte sich auf die Heimkehr von Odysseus nach Ithaka zu seiner treuen Gattin Penelope. Breiten Raum nahm naturgemäß das grausige Abschlachten der „Freier“ ein, und Kurzenberger hatte immerhin noch die ekligsten Blutbäder eliminiert …Was zeigt in diesem Punkt der fast göttliche Verehrung genießende Homer? Das Abschlachten der Gegner war immer schon problemlos „in“ – in der Antike, bei den Nibelungen, bei Napoleon, bei Hitler, in Syrien…  Ein exzellenter Theaterabend, aber mit unerquicklichem Bodensatz.

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