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Auch das Orchester feiert mit

Die Achse zwischen Bregenzer Festspielen und Wiener Symphonikern hältseit 75 Jahren.
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Genauso alt wie die Bregenzer Festspiele sind, so lange dauert auch ihre Partnerschaft mit dem Orchester der Wiener Symphoniker. Zwei große Kulturinstitutionen Österreichs, die in diesen 75 Jahren gemeinsam Erfolgsgeschichte geschrieben und allen kulturpolitischen und anderen Stürmen am Bodensee und in der Bundeshauptstadt getrotzt haben. Die Festspiele und die Wiener Symphoniker, mittlerweile zum „Orchestra in Residence“ geadelt, bilden damit seit dem Gründungsjahr 1946 eine dauerhafte kulturelle West-Ost-Achse innerhalb Österreichs, auf der Basis gegenseitigen Vertrauens und einer gemeinsamen kulturellen Zielrichtung.

Der seit 2019 amtierende Intendant der Wiener Symphoniker, der Berliner Jan Nast, gratuliert in großer Verbundenheit: „Seit 75 Jahren packen die Wiener Symphoniker jedes Jahr ihre Koffer und ziehen in ihre Sommerheimat – nach Bregenz. Die Bregenzer Festspiele sind Teil unserer DNA geworden und 128 Musikerinnen und Musiker identifizieren sich mit dem Festival, seinen Bühnen und der Stadt Bregenz. Hier können wir unsere Exzellenz als Opernorchester demonstrieren und in den Orchesterkonzerten die große Konzertliteratur präsentieren.“

Visionärer Gründergeist

Dieses gemeinsame Jubiläum soll vor allem in den ersten beiden Orchesterkonzerten der Wiener Symphoniker mit einer besonderen Programmierung Ausdruck finden. Intendantin Elisabeth Sobotka: „Wir wollen damit den wahrhaft visionären Gründergeist des ersten Jahres feiern, bei dem auch die Bevölkerung unterstützend zur Seite stand und viel organisatorische und künstlerische Energie eingebracht hat. Deshalb schien uns für das erste Konzert Haydns Oratorium ‚Die Schöpfung‘ das passende Werk, bei dem neben den Wiener Symphonikern auch der langjährig tätige Bregenzer Festspielchor und weitere begeisterte Sänger mitwirken werden. Das bezeugt die tiefe Verankerung der Festspiele in der Region.“

Haydns 1799 vollendete, in einen wundervollen kompositorischen Ein­-
fallsreichtum gegossene musikalische Schöpfungsgeschichte nimmt auch in der Oratorienliteratur eine besondere Stellung ein, weil das fast zweistündige Werk neben seiner kunstvollen Verarbeitung auch durch die Haydn eigene gesunde Naivität den Zuhörer ganz unmittelbar anspricht. So bezeichnen viele „Die Schöpfung“ als sein populärstes Werk, das neben den drei Gesangssolisten auch dem Chor große Aufgaben stellt. Benjamin Lack leitet die Einstudierung: „Die Sängerinnen und Sänger sind mit großem Eifer und Begeisterung bei der Sache. Wir proben gezielt in intensiven Arbeitsphasen, die Endproben mit Orchester übernimmt Maestro Andrés Orozco-Estrada.“

Komplette Wagner-Oper

Das zweite Orchesterkonzert der Symphoniker, wieder unter ihrem Chefdirigenten, scheint wie die Fortführung eines Matineegedankens von 2017, damals mit dem konzertanten ersten Aufzug der Oper „Die Walküre“, dem zweiten Teil aus Richard Wagners „Ring des Nibelungen“. Doch diesmal gibt es eine komplette Wagner-Oper. „Das Rheingold“, ein gut zweistündiges Werk mit 13 Gesangssolisten, der Vorabend im „Ring“-Zyklus, wird zudem durch eine speziell für Bregenz von Regisseur Johannes Erath erarbeitete halbszenische Fassung angereichert. Damit erhält die Wagner-Rezeption der Bregenzer Festspiele, die bisher mit David Pountneys aufregendem „Holländer“ von 1989 am See ihren Glanzpunkt erreichte, einen neuen Stellenwert. Gleichzeitig lassen sich auch vom mythisch aufgeladenen Rhein vor unserer Haustüre, dessen Wellenbewegungen sich in den berühmten 136 Einleitungstakten in Es-Dur manifestieren, manch neue Bezugspunkte ableiten.

Im dritten Orchesterkonzert, bei dem der israelische Dirigent Omer Meir Wellber in Bregenz debütiert, wird inhaltlich an die ersten Jahre der Symphoniker-Konzerte bei den Festspielen erinnert. Damals wurde unter Dirigenten-Legenden wie Hans Swarowsky und Karl Böhm gerne Richard Strauss und Anton Bruckner gespielt, diesmal werden von ihnen ein Oboenkonzert und die am wenigsten bekannte Symphonie Nr. 6 A-Dur zu hören sein.

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