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Attraktive Lehre im Ländle

Die Lehre muss fit für den digitalen Wandel, den Fachkräftemangel und die Anforderungen der künftigen Lehrlinge werden.

Bis 2020 sollen darum insgesamt 54 Lehrberufe modernisiert und neu ausgerichtet werden. Zudem profitieren Lehrlinge von kostenlosen Vorbereitungskursen vor der Abschlussprüfung und Gratissprachkursen im Ausland. Die organisatorische und technologische Komplexität im Arbeitsalltag nimmt unaufhaltsam zu. Um auf Dauer ein attraktiver Arbeits- und Wirtschaftsstandort zu bleiben, müssen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen regelmäßig an den Zeitgeist angepasst werden. Allerdings wird die enorme Bedeutung der Lehre für den Arbeits- und Wirtschaftsstandort in der Öffentlichkeit vielfach unterschätzt. Dabei sind gut aus-gebildete Arbeitskräfte das Wichtigste.

Modernisierung als zentraler Punkt

Der Wettbewerb der Betriebe mit den weiterführenden Schulen um die besten Jugendlichen steigt. Die stetige Modernisierung ist daher ein zentraler Punkt, um Jugendliche für einen Lehrberuf zu motivieren. Allein seit 2010 wurden in Österreich 56 Lehrberufe für 52.000 Lehrlinge angepasst oder grundlegend neu konzipiert. Das entspricht mehr als einem Viertel der gut 200 Lehrberufe bzw. knapp der Hälfte der Lehrlinge. Auch die neue Lehre zum/zur E-Commercekaufmann/-frau war bereits ein Schritt in diese Richtung.

Zahl der arbeitslosen Jugendlichen sinkt

Laut AMS gibt es in Vorarlberg derzeit 202 offene Lehrstellen. Im Jänner 2019 haben 203 Jugendliche eine Lehre gesucht. Das sind 17 Prozent weniger als noch im Dezember des Vorjahres. Auch die Zahlen der Arbeitslosen mit einer abgeschlossenen Lehre ist im Vergleich zum vergangenen Jahr gesunken: So verzeichnet das AMS ca. 3400 Arbeitslose mit abgeschlossener Lehrausbildung. Das sind 1,9 Prozent weniger als noch im Vorjahr.

Neue Lehrverträge

2018 wurden in Vorarlberg über 3500 neue Lehrverträge abgeschlossen, was gegenüber 2017 einem Plus von 3,4 Prozent entspricht. Der Anteil der Lehreintritte an der Zahl der 15-Jährigen ist im Vergleich zu 2017 um 1,08 Prozent gestiegen und liegt aktuell bei 53,84 Prozent. „Damit halten wir in Vorarlberg weiter die höchste Lehrlingsquote der österreichischen Bundesländer“, zeigt sich WKV-Direktor Dr. Christoph Jenny erfreut und betont: „Die Lehre behauptet sich mehr denn je als attraktive Ausbildung.“

Vorurteile gegenüber der Lehre

Viele Jugendliche sehen überhaupt keine Vorteile in einer Lehrausbildung. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Weniger Allgemeinbildung, weniger Verdienst, weniger Karrierechancen. Doch es gibt auch eine Motivation unter den jungen Erwachsenen eine Lehre zu beginnen: Hauptgrund ist die Tatsache, eigenes Geld zu verdienen.

Neue Zielgruppen für die Lehre ansprechen

33,24 Prozent der Lehrlinge kommen aus der Polytechnischen Schule, 29,69 Prozent aus der Neuen Mittelschule, der Haupt- oder sonstigen Schulen und 26,14 Prozent aus BMS, BHS und AHS. Bei den Burschen liegt der Anteil der Lehrlinge bei 71,03 Prozent, bei den Mädchen bei 36,18 Prozent. „Das zeigt uns, dass gerade weibliche Jugendliche noch verstärkt für die duale Ausbildung begeistert werden können“, sagt Jenny und führt aus: „Auch bei den Jugendlichen mit Migrationshintergrund gilt es, die Lehre weiter als chancenreichen Ausbildungsweg zu positionieren. Die Ansprache neuer Zielgruppen ist eines unserer Hauptziele.“ 2018 waren knapp 85 Prozent der Lehrlinge in Vorarlberg österreichische Staatsbürger, der Ausländeranteil ist mit 15,03 Prozent im Vergleich zu 2017 etwas gestiegen. Den höchsten Anteil an ausländischen Lehrlingen stellen die Jugendlichen aus Deutschland (4,03 Prozent) und der Türkei (2,77 Prozent). Ausgebildet werden die 7047 Lehrlinge in 1873 Betrieben im Land. „Dass sich auch die Zahl der Ausbildungsbetriebe konstant weiterentwickelt hat, unterstreicht die ungebrochen hohe Motivation der Betriebe im Land“, erklärt WKV-Direktor Christoph Jenny.

Die beliebtesten Lehrberufe in Vorarlberg 2018

In der Beliebtheitsskala ganz oben steht bei den männlichen Jugendlichen der Beruf Metalltechniker, gefolgt von Elektrotechniker und Kraftfahrzeugtechniker. Bei weiblichen Lehrlingen befindet sich der Beruf Einzelhandelskauffrau an erster, Bürokauffrau an zweiter und Friseurin und Perückenmacherin an dritter Stelle.

Jetzt schon freie Lehrstellen für 2019 und 2020

Besonders die großen Betriebe sind bereits im Kampf um die Lehrlinge für das kommende Jahr – Tausende Lehrstellen warten darauf, besetzt zu werden. Der Lebensmittelhändler Spar hat im Ländle 80 Lehrstellen in 14 verschiedenen Lehrberufen zu besetzen, die Zumtobel Group bietet Ausbildungen in den Berufsfeldern Elektrotechnik, Elektronik, Kunststofftechnik, Mechatronik und IT-Technik an und bei Blum stehen acht Lehrberufe zur Auswahl. Um Jugendliche auf den eigenen Betrieb aufmerksam zu machen, locken viele Firmen mit spannenden Zusatzangeboten, wie Prämien, Gratisführerschein oder mehr Urlaubstage.

Erfolgreiche Kollektivvertragsverhandlungen

Lehrlinge im Handel können sich über die Kollektivvertragsverhandlungen vom vergangenen Dezember freuen, denn hier steigen die Lehrlingsentschädigungen durchschnittlich um acht Prozent. Im ersten Lehrjahr erhält ein Lehrling im Handel künftig 650 Euro Lehrlingsentschädigung. Im letzten Lehrjahr sind es dann 1200 Euro.

Gastronomie mit Lehrlingsmangel

Nach wie vor bleiben viele Lehrstellen in der Hotellerie und Gastronomie unbesetzt. Österreichweit waren Anfang Dezember knapp 570 Lehrstellen für Restaurantfachmann/-frau offen. 518 Stellen gab es für Kochlehrlinge und 213 freie Lehrstellen gab es zur Ausbildung zum/zur Hotel- und Gastgewerbeassistent/-in.

Lehre nach der Matura

Das Wirtschaftsministerium will den Anteil der Jugendlichen, die eine Lehre nach der Matura beginnen, steigern. Dieser liegt aktuell bei 2,2 Prozent. In Deutschland hingegen bei knapp 30 Prozent. Mehr Infos zur Lehre und offenen Lehrstellen gibt es zum Beispiel unter www.lehre-vorarlberg.at

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