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Armut verletzt die Kinderseele

Caritas: In Vorarlberg leidet zwar kein Kind an Hunger, aber einige leiden an sozialer Armut – an Weihnachten ist diese besonders spürbar.

„Mein Name ist Lisa, ich bin neun Jahre alt und seit einigen Monaten wohne ich mit meiner Mama und meinem Bruder Felix in der „Wohngemeinschaft Mutter & Kind“ der Caritas Vorarlberg. Meine Mama und mein Papa haben sich ganz oft gestritten und dann ist Mami mit uns in die Wohngemeinschaft in Feldkirch gezogen. Hier sind noch andere Kinder und wir unternehmen viel. Mami lacht wieder mehr und spielt öfter mit uns.“

So wie Lisa geht es vielen Kindern – auch in Vorarlberg. Sie haben zwar zu Essen und ein Dach über dem Kopf, doch was ihnen vielfach fehlt ist Zuneigung, Förderung und sozialer Anschluss. Laut der UN-Konvention über die Rechte des Kindes (1989) haben alle Kinder dieser Welt ein Recht darauf, angemessen versorgt, gefördert und geschützt zu werden und sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen. Doch auch bei uns gibt es Kinder, die auf dieses Grundrecht verzichten müssen. Denn „Kinderarmut heißt in unserem Land nicht Hunger und Obdachlosigkeit, sondern soziale Ausgrenzung“, so DSA Regina Nopp, Leiterin der „Wohngemeinschaft Mutter & Kind“.

Armut ist vererbbar

Und gerade zu Weihnachten spüren diese Kinder das ganz besonders. Eine Wunschliste an das Christkind ist für viele Kinder ein sinnloses Unterfangen, denn mit Müh und Not kann die Mutter die Kleinen mit den nötigsten Winterkleidern versorgen. Statt einem Gameboy oder einem coolen Snowboard gibt´s Bettwäsche mit Kindermotiv oder Schuhe vom Supermarkt, für tolle Schitage fehlt einfach das Geld. Sicher, davon geht die Welt nicht unter, aber die Kinder spüren, dass sie anders sind, werden in der Schule vielfach als Außenseiter behandelt. Regina Nopp: „Materielle Armut wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus. Arme Familien leiden unter Existenzängsten, geringen Sozialkontakten, schlechten Wohnverhältnissen und können sich nur billige Nahrungsmittel leisten. Kinder wachsen in diesem Umfeld auf und entwickelt nicht selten ein geringes Selbstbewusstsein.“

Hilfe in der Caritas-WG

Die „Wohngemeinschaft Mutter & Kind“ der Caritas in Feldkirch hat sieben Wohneinheiten für Mütter und Kinder in Krisensituationen. Hier finden Mütter und Kinder in schwierigen Lebenssituationen professionelle Betreuung. Das interdisziplinäre Team hilft die finanzielle Situation zu klären, unterstützt in Alltags – und Erziehungsfragen und organisiert mit den Frauen Feste und Gemeinschaftsaktionen. Die Mütter erfahren auch, wie sie ihre Kinder fördern können und wie schön es sein kann, mit seinem Kind Zeit zu verbringen, auch ohne viel Geld. „Im wöchentlichen Mutter-Kind-Treff stehen Anregung, Förderung und Spaß der Kinder im Mittelpunkt“, so Regina Nopp. Nach rund einem Jahr sollten die Frauen dann soweit sein, dass sie wieder auf eigenen Beinen stehen können. Und wenn vermutlich auch in Zukunft die Geschenke zu Weihnachten für sie bescheiden ausfallen werden, so haben sie doch zumindest die Sicherheit, dass ihre Mutter für sie sorgt und sie liebt.

Kontakt

WG Mutter & Kind, Rosamichlweg 12, 6800 Feldkirch Tel 05522/200-1800, Email wg.muki@caritas.at

Quelle: Caritas

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