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Arlon: Aussagen der Dutroux-Opfer

Eine Welle der Gefühle hat das letzte Opfer des belgischen Kinderschänders Marc Dutroux am Dienstag im Prozess gegen ihren Peiniger ausgelöst.

„Das Böse ist getan, daran ist nichts mehr zu ändern“ – mit diesen Worten wies Laetitia Delhez am Ende ihrer Zeugenaussage den Entschuldigungsversuch von Dutroux’ mitangeklagter Ex-Frau Michelle Martin zurück.

Ihre Leidensgenossin Sabine Dardenne erwiderte auf ein ähnliches „Bedauern“ von Dutroux selbst: „Mit diesen Entschuldigungen können Sie, schlicht gesagt, krepieren.“ Dardenne lieferte sich mehrfach heftige Wortgefechte mit dem mutmaßlichen Mädchenmörder.

Delhez berichtete in ihrer Aussage 45 Minuten lang von ihrer Misshandlung, deren Folgen sie bis heute spüre. „Das erste Jahr war es sehr schwer für mich, aus dem Haus zu gehen – selbst zur Schule, die nur 100 Meter entfernt ist“, sagte die heute 22-Jährige. „Noch heute habe ich Angst, im Dunkeln nach draußen zu gehen.“ Dutroux habe sie bei ihrer Entführung am Abend des 9. Mai 1996 betäubt und anschließend mehrfach vergewaltigt.

Sichtlich unter dem Eindruck dieser Aussage dankten die zwölf Geschworenen der jungen Frau für ihre mutiges Zeugnis. Delhez bekräftigte im Schwurgericht von Arlon, während ihrer Gefangenschaft drei Telefonate von Dutroux belauscht zu haben. Darin habe der Angeklagte mit einem Jean-Michel und einem Michel gesprochen und kurz nach ihrer Entführung gesagt, „es hat geklappt“. Diese Aussage gilt als Hinweis auf einen möglichen Auftrag des Mitangeklagten Michel Nihoul zur Entführung des Mädchens. Der mehrfach vorbestrafte Betrüger Nihoul lässt sich auch Jean-Michel nennen.

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