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Architektonischer Nachlass von Hans Purin geht an das Architekturzentrum Wien

Vor einem Jahr verstarb am 4. Juni völlig unerwartet der wegweisende Vorarlberger Architekt Hans Purin. Nun kommt auf Wunsch des Verstorbenen und seiner Familie der architektonische Nachlass geschlossen in die Sammlung des Architekturzentrum Wien und wird dort einen wichtigen Kernbestand der Dokumentation österreichischer Baukultur in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts bilden.

Nach einer Maurerlehre in Bregenz absolvierte Hans Purin (3.1.1933-4.6.2010) an der Wiener Akademie der bildenden Künste ein Architekturstudium bei Roland Rainer. Diese Ausbildung war eine wesentliche Grundlage für seine Architekturhaltung, die er ab 1959 mit eigenem Atelier in Bregenz und dann in Kennelbach in die Praxis umsetzte.

Im Wohnbau als seiner zentralen Bauaufgabe gelang Hans Purin vor allem mit der “Siedlung Halde” in Bludenz (1965-1967) eine Pionierleistung im verdichteten Bauen. Friedrich Achleitner bezeichnete die Qualitäten dieser in ressourcenschonender und äußerst ökonomischer Bauweise errichteten Reihenhaussiedlung als “kaum überbietbare Synthese von konstruktiver und räumlicher Vernunft”.

Mit der Neugestaltung der Kirche des Zisterzienserklosters Mehrerau in Bregenz (1961-1964) bezog sich der Architekt auf puristische Raumkonzepte frühchristlicher Ordenskirchen – eine Konzentration durch Klarheit, Ökonomie und handwerkliche Präzision in der Ausführung auch im Sakralbau. Hans Purin war eine der zentralen Figuren in der anfangs widerständigen Gruppe der “Vorarlberger Baukünstler”, die schließlich 1991 mit dem Internationalen Kunstpreis des Landes Vorarlberg ausgezeichnet wurde. Er hinterließ ein Werk von überregionaler Bedeutung, das es in seiner Gesamtheit und Vielschichtigkeit noch zu entdecken gilt.

Der architektonische Nachlass wurde in den vergangenen Monaten im Auftrag des Architekturzentrum Wien im Haus in der Maurachgasse in Bregenz, wo Hans Purin bis zuletzt sein Büro geführt hatte, wissenschaftlich bearbeitet und vorinventarisiert. Als wesentliche Bereicherung der Sammlung des Az W, wo sich bereits die Archive weiterer wichtiger Vorarlberger Architekten wie Rudolf Wäger, Gunter Wratzfeld und der Architektengemeinschaft C4 befinden, wird das umfangreiche Material Forschern, Architekten und einer interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

 

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