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Arbeitslosenquote unter dem Durchschnitt

Die Zunahme bei den Beschäftigungsverhältnissen in Vorarlberg erfolgte vor allem im Dienstleistungsbereich, wobei das Plus bei den Frauen viel stärker ausfiel als bei den Männern.

Vor allem bei der Teilzeitarbeit und anderen von der „Norm“ abweichenden Beschäftigungsformen (wie z.B. Werkverträge) kamen „neue“ Arbeitsplätze dazu, sodass – auf sogenannte „Vollzeitäquivalente“ umgerechnet – das Beschäftigungswachstum sehr bescheiden ausgefallen sein dürfte. Die umfangreichsten Personalreduzierungen erfolgten erneut bei den Textil- und Bekleidungsbetrie-ben.

Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen erhöhte sich im Jahresdurchschnitt um 716 oder 8,7% auf insgesamt 8.918 (4.585 Männer und 4.333 Frauen). Österreichweit nahm die Vorgemerktenzahl im selben Zeitraum ledig-lich um 1,6% zu; in der Steiermark (-4,1%) sowie in Kärnten (-1,7%) konnte sogar auf einen Rückgang verwie-sen werden. Durch den höchsten Beschäftigtenanteil im Produktionssektor ist der Vorarlberger Arbeitsmarkt besonders kon-junkturanfällig. Aber auch die starke Exportabhängigkeit, insbesondere von unserem Nachbarn Deutschland, hat im Laufe der nunmehr schon seit Längerem anhaltenden Wirtschaftsabschwächung dazu geführt, dass Vorarl-berg bei den vorgemerkten Arbeitslosen während des ganzen Jahres die höchsten Zuwachsraten hinnehmen musste, stellte der Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice Vorarlberg, Dr. Werner Schelling, in einer Analyse fest.

Im Vorjahresvergleich verzeichneten die Männer (+6,3%) – im Gegensatz zur Entwicklung bei den Beschäfti-gungsverhältnissen – eine wesentlich niedrigere Zuwachsrate als die Frauen (+11,4%). Am günstigsten schnitten allerdings die Jugendlichen ab: Bei den unter 20-Jährigen konnte die durchschnittliche Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vorjahr sogar um 10,5% verringert werden, und auch bei den 20- bis unter 25-Jährigen fiel das relative Plus mit 3,1% stark unterdurchschnittlich aus. Die sogenannten Bestandszahlen zeigen aber bei weitem nicht die ganze Brisanz und Dynamik im Arbeitsmarkt-geschehen auf. Im abgelaufenen Jahr erfolgten bei den Dienststellen des AMS Vorarlberg insgesamt 33.414 neue Arbeitslosenmeldungen, und im selben Zeitraum gingen insgesamt 35.642 Personen aus der Arbeitslosigkeit ab.

Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im Jahresdurchschnitt von 5,7% auf 6,1% und war mit 6,7% bei den Frauen merklich höher als bei den Männern (5,6%). Trotzt der überproportionalen Zunahme lag unsere Quote noch um 1,0 Prozent-Punkte unter dem Österreich-Schnitt von 7,1%. Niedriger als in Vorarlberg waren die jahresdurch-schnittlichen Arbeitslosenquoten in den Bundesländern Oberösterreich (4,5%), Salzburg (5,1%) und Tirol (5,6%).

Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen konnte im Jahresdurchschnitt um 14,2% auf insgesamt 818 angehoben werden. Auch hinter dieser – auf den ersten Blick doch recht bescheidenen Zahl – verbirgt sich eine große Dyna-mik. Während des gesamten Jahres wurden von den Betrieben insgesamt 12.586 (um 7,2% mehr als 2003) zu besetzende Arbeitsplätze neu gemeldet, und insgesamt 12.460 konnten abgebucht werden; dabei erfolgte bei fast 75% die Erledigung innerhalb eines Monats.

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