Anleger um 1,3 Millionen geprellt: 3,5 Jahre Haft

(VN) Feldkirch - Montafoner (47) lockte gutgläubigen Bekannten Millionen aus der Tasche.

60 Personen träumten den Traum von lukrativen Zinsen, vielversprechenden Provisionen und schnellem Reichtum. Viele von ihnen sind am Donnerstag in den Verhandlungssaal 56 gekommen. Einige erzählen, wie sie Beträge bis zu 50.000 Euro investierten und schlussendlich alles verloren. Nur stückchenweise sind die Gelder zurückgeflossen. Nach dem Loch auf–Loch-zu–Prinzip versiegte im Laufe von neuneinhalb Jahren enormes Kapital. Geld, von dem niemand weiß, wo es geblieben ist. Zurückzahlen kann es der Alkoholkranke jedenfalls nicht. Und jetzt muss er noch dazu dreieinhalb Jahre hinter Gitter. „Es tut mir leid und ich möchte mich bei all jenen entschuldigen, die ich belogen und betrogen habe“, wendet sich der bislang Unbescholtene an die Opfer. In Vorarlberg, Landeck und Altstätten (CH) wandte sich der 47-Jährige an Bekannte und schlug ihnen diverse Anlagemöglichkeiten vor. Zum einen überredete er sie zu einem Bankkredit. Einen Teil des Kredites sollten sie „ruhig“ für sich persönlich verwenden. Den anderen Teil der entliehenen Summe sollten sie an ihn weiterverleihen. In kürzester Zeit, so versprach der Mann, könnten sie den gesamten Kredit zurück- bezahlen. Dazu erhielten sie ein attraktives Zubrot. Doch weder das Kapital noch die versprochenen Zinsen flossen an die Geldgeber.

Vertraut

Die zweite Masche des windigen Geschäftsmannes war, lukrative Immobiliengeschäfte vorzutäuschen. „Ich war bei Immobiliengeschäften noch nie erfolgreich“, gesteht der Angeklagte heute. Auch bei dieser Variante legten Investoren beachtliche Summen auf den Tisch. „Die 30.000 Euro haben mich meine Existenz gekostet. Ich musste mein Geschäft aufgeben“, erzählt eine Geschädigte. Bis zum Schluss der Verhandlung wird nicht klar, wo die ganzen Gelder hingeflossen sind. Innerhalb der vielen Jahre türmten sich Schuldenberge, die Zinsen wurden immer mehr. So wurden Gelder, die neue Opfer einbrachten, sofort aufgefressen. „Mein Mandant war ein Getriebener seiner selbst“, beschreibt Verteidiger Martin Fiel die Situation seines Mandanten.

Letzter Schritt

„Mein Mandant, der seit über einem Jahrzehnt schwer alkoholkrank ist, zog zum Schluss die Notbremse und zeigte sich selbst an. Er bat die Polizei sogar, ihn in Untersuchungshaft zu nehmen“, so Fiel. Die Selbstanzeige, die bisherige Unbescholtenheit, das Geständnis und die teilweise Schadenswiedergutmachung wurden bei der Strafzumessung mildernd berücksichtigt. Die dreieinhalb Jahre Haft nimmt der Montafoner an. Das Urteil verpflichtet den Vermögensberater außerdem, den angerichteten Schaden wieder gutzumachen. Nach Abzug von Rückzahlungen sind immerhin noch knapp 800.000 Euro offen. Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab. (VN)

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