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Anklage wegen Blutschande

Ein Lkw-Fahrer soll seine 13-jährige Tochter zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft für Blutschande und schweren sexuellen Missbrauch.

Die heute 13-Jährige hat viel mitgemacht. Zunächst lebte sie in einem Flüchtlingslager in Bosnien, anschließend bei Verwandten, dann ließen sich ihre Eltern scheiden und der Vater holte das Mädchen nach Vorarlberg.

Dass laut Staatsanwaltschaft dabei offenbar nicht nur Vaterliebe im Spiel war, sollte sich erst im Nachhinein herausstellen. „Rund 15-mal hat der 42-Jährige mit dem Mädchen geschlechtlich verkehrt“, so Staatsanwalt Manfred Melchhammer.

Anstatt das Kind zur Schule zu schicken, fuhr der Kraftfahrer neun Monate mit dem Mädchen quer durch Europa, wo es an diversen Autobahnraststellen zum Beischlaf gekommen sein soll. „Weder in Regensburg noch in Sattledt habe ich meine Tochter angerührt“, beteuert der Angeklagte. Dass er in Bosnien als 27-Jähriger die Mutter seiner Tochter im Alter von 15 Jahren geschwängert hatte, weise nicht auf Vorliebe für junge Mädchen hin, so der Mann verärgert. Das sei in Bosnien nichts Außergewöhnliches meint er trotzig.

Verstört und verängstigt

Das Mädchen macht klare Angaben zu den Vorfällen. Diese hat der Angeklagte auch vor Kriminalbeamten zugegeben. „Aus Angst vor der Polizei“ dementiert er heute. Bei der Einvernahme wirkte das Mädchen verstört und verängstigt.

“Wieso sollte Ihre Tochter das alles erfinden?“ , will Richter Peter Mück wissen. Dafür hat der Lkw-Fahrer, der vom Arbeitsplatz weg verhaftet wurde, keine Erklärung. Aufmerksam wurden die Ermittler auf den Fall, als das Mädchen ihren Vater wegen Nötigung anzeigte. Im Lokal Nachtigall habe er dem Kind gedroht, es zu erschießen, falls es zur Polizei gehe.

Der Mann las zwar zwei Stunden sein Polizeiprotokoll, bevor er es unterschrieb, dennoch bleibt er dabei, dass er nur aus Angst vor den Beamten gestand. Nun müssen die Beamten als Zeugen erscheinen. Bis zum Fortgang des Prozesses bleibt der Fahrer jedenfalls in U-Haft. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft für Blutschande und schweren sexuellen Missbrauch.

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