Anklage: Stiefvater brach Bub (6) den Arm

Die Staatsanwaltschaft hat wegen schwerer Körperverletzung Anklage gegen den Arbeiter erhoben.
Die Staatsanwaltschaft hat wegen schwerer Körperverletzung Anklage gegen den Arbeiter erhoben. ©VOL.AT/Hartinger
Vertagter Prozess gegen 31-Jährigen, der den Tatvorwurf bestreitet. Gutachten soll Verletzungsursache klären: Schlag oder Sturz?

Der ehemalige Stiefvater hat nach Ansicht der Staatsanwaltschaft dem sechsjährigen Buben aus dem Oberland heuer am 4. April mit einem Faustschlag den Unterarm gebrochen. Der von Andreas Brandtner verteidigte Angeklagte bestreitet den Vorwurf. Bei der gestrigen Strafverhandlung am Landesgericht Feldkirch wurde noch kein Urteil gesprochen. Richter Martin Mitteregger vertagte den Prozess. Er lässt von Amts wegen ein gerichtsmedizinisches Gutachten erstellen. Dabei soll geklärt werden, ob die Verletzung durch einen Sturz beim Rollerfahren passiert ist oder durch einen Schlag. Zudem ist für das Gericht bislang ungeklärt, ob der im Spital festgestellte Stauchungsbruch als Körperverletzung oder als schwere Körperverletzung zu werten ist.

Die Staatsanwaltschaft hat wegen schwerer Körperverletzung Anklage gegen den Arbeiter erhoben. Dafür beträgt für den Fall eines Schuldspruchs die mögliche Höchststrafe drei Jahre Gefängnis. Die Mindeststrafe beläuft sich auf drei Monate, wenn das Opfer unmündig ist – dabei handelt es sich um eine neue Bestimmung im Strafgesetzbuch. Ist das Opfer älter, gibt es nach wie vor keine Mindeststrafe.

Belastungszeuge

Der einzige unmittelbare Belastungszeuge ist das verletzte Kind. Der Bub soll im Kindergarten und vor der Polizei angegeben haben, der Angeklagte habe ihm beim morgendlichen Duschen in der Badewanne auf die Hand geschlagen. Als Zeuge bei der gestrigen Hauptverhandlung am Landesgericht bestätigte der Sechsjährige mit Kopfnicken, dass der Angeklagte ihn geschlagen habe. Daheim in der Badewanne sei das geschehen, sagte das Kind.

Sie habe ihn an jenem Morgen weinen gehört, sagte als Prozesszeugin die Kindesmutter. Der Angeklagte habe zu ihr gesagt, der Bub habe in der Badewanne gezappelt und sei hingefallen. Das gab die 31-Jährige vor der Polizei zu Protokoll. Er habe den Kleinen nach dem Bettnässen geduscht, ihn dabei aber nicht geschlagen, sagte der Angeklagte. Er habe das Kind, das ihn Papa genannt habe, nie geschlagen. Möglicherweise habe sich sein ehemaliger Stiefsohn den Unterarm beim Fahren mit dem Roller am Vorabend gebrochen.

Die Kindesmutter gab an, ihr Sohn habe über Schmerzen an der Hand geklagt, weil er mit dem Scooter gestürzt sei. Auf die Frage des Richters, ob er sich beim Sturz die Hand so schwer verletzt habe, reagierte der Sechsjährige gestern mit einem Kopfschütteln.

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