Anklage: Sperger soll Anleger betrogen haben

Der mutmaßliche Schadensbetrag war im Ermittlungsverfahren mit 1,2 Millionen Euro beziffert worden.
Der mutmaßliche Schadensbetrag war im Ermittlungsverfahren mit 1,2 Millionen Euro beziffert worden. ©VOL.AT/Steurer
Die Staatsanwaltschaft Feldkirch hat nun Anklage gegen den Ex-Vermögensberater und Ex-Präsidenten des FC Lustenau erhoben.
U-Haft erneut verlängert
Hintergrund Dieter Sperger

Nun hat die Staatsanwaltschaft Feldkirch ihr Ermittlungsverfahren abgeschlossen und Anklage gegen Dieter Sperger erhoben. Die Staatsanwaltschaft hat die Anklageschrift beim Landesgericht Feldkirch eingebracht. Der ehemalige Finanzdienstleister hat nach Ansicht der Strafverfolgungsbehörde Anleger betrogen. Er soll Kundengelder veruntreut haben.

Gelder nicht veranlagt

Der mutmaßliche Schadensbetrag war im Ermittlungsverfahren mit 1,2 Millionen Euro beziffert worden. Ermittelt hat die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des schweren Betrugs. Dem Beschuldigten wurde im Vorverfahren zum einen vorgeworfen, er habe Kundengelder entgegen den Absprachen gar nicht veranlagt. Zum anderen soll er Kundengelder mit risikoreichen Veranlagungen verspekuliert haben. Dabei soll er Finanzprodukte mit der für ihn höchsten Bankenprovision ausgesucht haben.

Sperger bestreitet die Vorwürfe. Der 52-Jährige befindet sich seit Februar in der Justiz­anstalt Feldkirch in Untersuchungshaft.

Die Anklage ist nicht rechtskräftig. Es wird davon ausgegangen, dass Sperger gegen die Anklage beim Oberlandesgericht (OLG) Innsbruck Einspruch erheben wird. Das OLG würde dann zu entscheiden haben, ob die Anklage zugelassen wird oder nicht. Beim OLG hat Sperger mit Haftbeschwerden bislang erfolglos die Untersuchungshaft bekämpft. In U-Haft befindet er sich wegen Flucht- und Tatbegehungsgefahr. Nach einer Nordamerika-Reise war er festgenommen worden.

Angezeigt wurde der ehemalige Präsident des einstigen Fußball-Zweitligisten FC Lustenau auch deswegen, weil er die Bundesliga-Lizenz betrügerisch erschlichen haben soll. In der anonymen Anzeige wurde behauptet, 300.000 Euro seien vom FC-Vereinskonto auf ein anderes Konto umgebucht und letztlich als angebliche Sponsorengelder vorgelegt worden. Auch diesen Vorwurf weist der Ex-FC-Chef von sich.

Der FC Lustenau musste 2013 mit Schulden im Ausmaß von 1,3 Millionen Euro Insolvenz anmelden. Der älteste Fußballverein Vorarlbergs wurde zum Zwangsabstieg verurteilt und liegt derzeit in der 1. Landesklasse auf Rang zwei.

Inzwischen hat der Untersuchungshäftling seinen Verteidiger gewechselt. Sperger wird nicht mehr durch den Bregenzer Anwalt Bertram Grass vertreten. Sein Rechtsvertreter im Strafverfahren ist jetzt der 71-jährige Wiener Anwalt Dieter Böhmdorfer. Der der FPÖ nahestehende Jurist war zwischen 2000 und 2004 in Österreich Justizminister.

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