Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Ankläger will Freispruch, Verteidigerin mildes Urteil

Das Gericht nahm nur noch eine versuchte schwere Nötigung an.
Das Gericht nahm nur noch eine versuchte schwere Nötigung an. ©VOL.AT/Hofmeister
Feldkirch - Im Wiederaufnahmeprozess wurde aus Raub nur noch eine Nötigung. Trotzdem Freispruch fürs Opfer vom Vorwurf der Verleumdung.

Wie verwirrend der Fall um eine Geldforderung mit einer Schere im Drogenmilieu ist, zeigte sich nun an den Schlussplädoyers im letzten Prozess: Der Staatsanwalt sprach sich für einen Freispruch des Angeklagten aus, die Verteidigerin für ein mildes Urteil. Das Landesgericht Feldkirch sprach den mit 24 Vorstrafen belasteten 47-Jährigen im Zweifel vom Vorwurf der Verleumdung rechtskräftig frei. Der Richter sagte, er könne nicht sagen, ob der Dornbirner zwei Männer am 11. April 2012 vor der Polizei falsch beschuldigt habe, sie hätten am Vortag in seiner Wohnung versucht, ihm mit einer vorgehaltenen Schere die Geldtasche zu rauben.

Im Juli 2012 war das Landesgericht noch von einem versuchten schweren Raub ausgegangen. Dafür wurde der achtfach vorbestrafte Hauptangeklagte rechtskräftig zu insgesamt acht Jahren Gefängnis verurteilt. Der Häftling hatte am Tattag Haftausgang gehabt. Über den Zweitangeklagten wurde rechtskräftig wegen versuchten Raubes eine Haftstrafe von drei Jahren verhängt.

Zwei Jahre später, im Juli 2014, nahm das Landesgericht im Wiederaufnahmeverfahren in einem neuen Prozess eine drastische Korrektur der Urteile vor. Die Gefängnisstrafe für den 30-Jährigen wurde um sieben Jahre herabgesetzt – von acht Jahren auf nur noch ein Jahr. Denn das Gericht nahm nur noch eine versuchte schwere Nötigung an.

Drogen nicht gekauft

Dem 31-jährigen Zweitangeklagten blieb bei der Neuverhandlung mit einer Geldstrafe von 1440 Euro wegen versuchter Nötigung sogar eine Freiheitsstrafe erspart. Beide Urteile sind rechtskräftig.

Im neuen Prozess ging das Gericht davon aus, dass sich die beiden Angeklagten mit der vorgehaltenen Schere doch nicht bereichern wollten. Sondern sie hätten nur ihre 100 Euro zurückhaben wollen, weil der 47-jährige Dornbirner ihnen für das Geld die versprochenen Drogen nicht gekauft habe.

Die Wiederaufnahme des Verfahrens war bewilligt worden, weil das Opfer erst nach dem ersten Prozess ausgesagt hatte, er habe vom 30-Jährigen 100 Euro zum Kauf von Drogen erhalten.

Im Verleumdungsprozess kam der Richter jedoch zum Ergebnis, dass wahrscheinlich doch ein Raubversuch stattgefunden habe. Denn die drei Männer hätten in der Wohnung wohl Drogen konsumiert, die der 47-Jährige bereitgestellt habe, vielleicht sogar Suchtgift im Wert von 100 Euro. Dann wäre die gewaltsame Forderung nach Geld ein Raubversuch und keine versuchte Nötigung.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Ankläger will Freispruch, Verteidigerin mildes Urteil
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen