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Anhebung des Milchpreises im kommenden Jahr "möglich"

Schwarzach/Innsbruck - Nach dreistündigen Verhandlungen im Innsbrucker Landhaus - an denen auch Vorarlberger Bauernvertreter beteiligt waren - hat die Führungsspitze des Lebensmitteldiskonters Hofer am Donnerstag eine Erhöhung des Mindestmilchpreises mit 1. Jänner in Aussicht gestellt.

Dies teilten Bauernvertreter am Nachmittag mit. Hofer gibt sich dagegen vorsichtiger: Eine Anhebung des Milchpreises sei “möglich”, hänge aber von den bevorstehenden Gesprächen mit den Molkereien ab. Derzeit könne weder ein Zeitpunkt, noch die genaue Höhe genannt werden. Die Gespräche seien “konstruktiv” gewesen, hieß es.

Die Bauernvertreter berichteten von “Einvernehmen” darüber, dass die Milchwirtschaft in Österreich aufgrund struktureller Unterschiede zu den industrialisierten Molkereien anderer Länder anders zu beurteilen sei. In der Verhandlungsrunde habe Konsens bestanden, dass diese Unterschiede den Konsumenten darzustellen seien. Alle Teilnehmer der Verhandlungsrunde hätten sich zur Erhaltung der gegenwärtigen Strukturen der Regionalität und zur Qualität heimischer Produkte bekannt. In weiteren gemeinsamen Gesprächen sollen Schritte erarbeitet werden, um diesen Mehrwert den Konsumenten nahezubringen.

Auch für Hofer stehe fest, dass “die heimischen Bauern mehr Einkommen benötigen als Milchfabriken in Norddeutschland”, so Hofer-Chef Johann Mörwald zur APA. Ziel sei es, den Bauern einen Preis zu ermöglichen, dass diese langfristig überleben könnten. Der gesamtwirtschaftliche Kontext dürfe aber nicht außer Acht gelassen werden, betonte er.

Mörwald geht davon aus, dass die derzeitige Überproduktion nur kurzfristig anhält. “Der Markt deutet an, dass die Erzeugerpreise im Winter wieder nach oben gehen könnten; Angebot und Nachfrage in Europa zeigen in diese Richtung.” Je nach Ausgang der Gespräche mit den Molkereien sei es möglich, dass dann im nächsten Jahr auch auf der Verkaufsseite die Preise “geringfügig” angehoben werden, gab sich Mörwald vorsichtig. Eine Preissteigerung von 10 Cent – also in dem Ausmaß, wie die Preise für Frischmilch zuletzt gesenkt wurden – hält der Hofer-Chef aber für “zu weit gegriffen”.

Bei den Verhandlungen nahmen vonseiten der Kette die beiden Generaldirektoren Friedhelm Dold und Johann Mörwald teil. Gemeinsam mit Landeshauptmann Günther Platter, dem Vorarlberger und Tiroler Agrarreferenten, LR Erich Schwärzler und LHStv. Anton Steixner, dem Tiroler und dem Vorarlberger Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Hechenberger und Josef Moosbrugger, Bauernbund-Direktor Peter Raggl, Tirol-Milch-Geschäftsführer Andreas Geisler und dem Obmann-Stellvertreter der IG Milch Tirol, Hermann Huber, habe es “in einer langen, harten, aber konstruktiven Diskussion grundsätzlich Einverständnis über die Marktzwänge der europäischen Milchwirtschaft und über die Problematik der kleinräumigen Landwirtschaftsstrukturen der Milchbauern” gegeben, hieß es.

Mitte Oktober hatten Bauern eineinhalb Stunden vor der Zufahrt zum Hofer-Zentrallager für Westösterreich in Rietz im Tiroler Bezirk Imst protestiert. Sie kritisierten die Preissenkung des Diskonters bei Milch und Milchprodukten. Hofer hatte die Preissenkungen damit begründet, dass man damit “bewusst gegen Importe von Billig-Milch aus den Nachbarländern gegensteuert”.

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