AA

Angst – ein schlechter Beifahrer

Bregenz - Seit zwölf Jahren fährt Inge Bauer in Bregenz Taxi – ihre Freude am Beruf ist noch immer ungebrochen.

Es gibt wohl kaum eine Straße oder Gasse, die Inge Bauer in Bregenz und Umgebung nicht kennt. Denn seit zwölf Jahren ist die zweifache Mutter für City Taxi unterwegs und bringt Fahrgäste dahin, wo sie wollen. Trotz der Schlagzeilen über den Mord an einer Taxilenkerin aus Deutschland hat Inge Bauer viel Spaß an ihrem Beruf und keine Angst, denn diese ist laut ihr ein schlechter Beifahrer. „Bei uns passiert Gott sei Dank recht wenig, aber gesunde Vorsicht ist immer geboten. Und wenn man von solchen Vorfällen hört, ist man natürlich vorsichtiger. Doch wer Angst hat, hat in diesem Beruf verloren“, erklärt sie.

„Bereue keinen einzigen Tag“

Zum Beruf der Taxifahrerin ist Bauer eher durch Zufall gekommen: „Ich habe immer in verschiedenen Firmen im Büro gearbeitet, doch als meine beiden Kinder zu arbeiten anfingen, stand ich vor der Entscheidung, entweder weiterhin in der Buchhaltung zu arbeiten oder mir etwas Neues zu suchen.“ In einem Zeitungsinserat wurden dann Taxifahrer gesucht. Hochmotiviert bewarb sie sich und nur wenige Wochen später hielt sie den Taxi-Führerschein und den Schlüssel für ihr Dienstfahrzeug in den Händen. „Bis heute habe ich keinen Tag bereut“, freut sie sich und sieht es als Privileg, den Beruf ausüben zu können, der ihr Spaß macht. Fünf Tage in der Woche sitzt die 50-Jährige von fünf Uhr in der Früh bis 14 Uhr in ihrem Taxi. Die Klientel ist tagesabhängig. „Am Wochenende sind es natürlich viele Partytiger die ich nach Hause bringe, aber ansonsten sind es Geschäftsleute, die ich zu Terminen fahre, Krankentransporte oder Pensionisten, mit denen ich einkaufen fahre“, erklärt sie. Probleme hatte sie mit einem Fahrgast noch nie. Dass einem der eine oder andere Fahrgast nicht sympathisch ist, spielt für sie keine Rolle: „Ich bin immer freundlich zu meinen Kunden. Doch der erste Blick entscheidet bereits, ob die Chemie stimmt. Wenn dies so ist, hat man es oft total lustig und unterhaltsam während einer Fahrt. Will der Kunde lieber nicht mit mir sprechen, ist das für mich auch in Ordnung.“ In den zwölf Jahren in denen Bauer mit dem Taxi unterwegs ist, hat sie bereits vieles erlebt. An eine besonders lustige Begebenheit erinnert sie sich noch heute: „Ich bekam vor einigen Jahren einen Anruf, ich solle eine Kiste Bier kaufen und in den Bregenzerwald bringen. Mein erster Gedanke war natürlich eine jüngere Männerrunde, der das Bier ausgegangen ist. Doch als ich ankam stellte sich heraus, dass es sich um vier ältere Damen handelte, die sich zum Jassen trafen und kein Bier mehr zu Hause hatten“, schmunzelt Bauer.

„Gesundheit beginnt im Kopf“

An ihren beiden freien Tagen verbringt die 50-Jährige kaum eine Minute im Auto. Denn sie hat viele Interessen, denen sie mittwochs und donnerstags nachgeht: „Neben Rad fahren, Kochen und Nähen liebe ich es im Winter Ski fahren zu gehen oder mich mit Freunden zu treffen. Kürzlich habe ich auch angefangen, Spanisch zu lernen. Meine große Leidenschaft ist aber Fußball.“ Als Jugendliche hat sie selbst in Hohenems Fußball gespielt, jetzt verfolgt sie die großen Spiele lieber vor dem Fernseher oder live vor Ort. In diesen Tagen drückt sie jedoch ihrer Lieblingsmannschaft Spanien die Daumen und hofft auf einen Sieg der spanischen Nationalelf.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • VN-Menschen
  • Angst – ein schlechter Beifahrer
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen