Angeklagter: "Ich wollte den Stalker erwischen"

Ex-Freundin und Nachbarin installierten Überwachungskameras im Garten.
Ex-Freundin und Nachbarin installierten Überwachungskameras im Garten. ©VOL.AT/Symbolbild
Feldkirch. Freispruch für Ex-Freund, dem, so das Gericht, Stalking nicht nachzuweisen ist.

Der Angeklagte, dem Stalking vorgeworfen wird, hat den Spieß umgedreht. “Ich wollte den Stalker erwischen”, sagte der von Michael Kramer verteidigte Beschuldigte. Nur deshalb habe er sich nachts vor dem Haus seiner ehemaligen Freundin drei Mal auf die Lauer gelegt. Der 38-Jährige wurde vom Anklagevorwurf der beharrlichen Verfolgung mangels Beweisen im Zweifel freigesprochen. Das Urteil des Landesgerichts Feldkirch ist nicht rechtskräftig.

Beweise reichen nicht

Die Staatsanwaltschaft legt dem Deutschen zur Last, er sei heuer im Unterland zwischen 5. Jänner und 15. April ab 23 Uhr mindestens neun Mal vor der Terrassentür der Mutter seiner Tochter gestanden und habe sie damit unzumutbar belästigt.

Die Exfreundin des Angeklagten sagte, sie habe ihn vier Mal gesehen. Zudem sei er für sie mehrmals auf der eigens montierten Überwachungskamera zu erkennen gewesen. Er sei zwar vermummt gewesen, sie habe ihn aber an seiner Kleidung und seinen Bewegungen erkannt.

Die feststellbaren Vorfälle reichten Richter Norbert Melter für einen Schuldspruch wegen unzumutbarer Beeinträchtigung der Lebensführung nicht aus. Was die “zeitliche Perspektive” anbelangt, sei das Aufsuchen der räumlichen Nähe “nicht überbordend” gewesen.

Vermummt im Garten

“Was sollen wir jetzt machen?”, fragte eine Nachbarin des mutmaßlichen Stalking-Opfers den Richter. Nach ihren Angaben hat sich der Angeklagte auch in ihrem Garten nachts herumgetrieben. Auch sie hat deswegen eine Überwachungskamera anbringen lassen. Das Gericht benötige Tatortbilder, auf denen die Person zu erkennen sei, antwortete der Richter. Aber der Mann schleiche ja vermummt herum, erwiderte die 33-jährige Frau.

Die aufgebrachte Exfreundin des Angeklagten sagte, ihre Tochter befinde sich wegen der Stalking-Vorfälle in psychotherapeutischer Behandlung. Trotz des Freispruchs habe ihr Exfreund “die Höchststrafe bekommen. Denn er hat seine Tochter verloren.”

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