Anekdoten und Geschichten "us Doarobioro"

Prof. Dr. Albert Bohle unterhielt die Senioren mit lustigen Anekdoten.
Prof. Dr. Albert Bohle unterhielt die Senioren mit lustigen Anekdoten. ©edithhaemmerle
Anekdoten us Doarobioro von Prof. Dr. Albert Bohle

Prof. Dr. Albert Bohle erzählte beim Senioren-Nachmittag lustige Anekdoten “us Doarobioro”.

Dornbirn. Er kann viel erzählen – nicht nur über sein Leben – auch über “Doarobioro” – seine geliebte Heimatstadt. Er ist ein Dorfer – Städtler hört er nicht so gern – das klingt für ihn unsolid, sogar etwas anrüchig. In seinem Gedicht über das Dornbirner Krankenhaus, das er in Mundart verfasst hat, beschreibt er einen mächtigen Bau. Ein großes Bauwerk war es vor fast 20 Jahren ohne Zweifel und für die Dornbirner schon etwas besonderes, als sie ein neues Spital bekamen. Es ist auch das Spital der Lustenauer.
Man hört gerne zu, wenn Dr. Albert Bohle von früher erzählt. Nicht jeder weiß, dass der Grund, auf dem das Dornbirner Spital erbaut wurde, Subra (Saubrache) heißt. Bei seinen Erzählungen konnte man auch erfahren, dass im Jahr 1842 eine Kaserne auf der “Subra” stand. Sogar ein Galgen soll sich in der Nähe dieses Grundstücks befunden haben, lange bevor das neue Krankenhaus entstand.

Alte Geschichten
Alte Geschichten wach halten zählt für Professor Bohle zu einer lieben Freizeitbeschäftigung. Als er selbst noch ihm Lehrberuf stand, hielt er immer wieder lustige Anekdoten seiner Schüler fest. 25 Jahre unterrichtete er an der Stella Matutina in Feldkirch, vorwiegend Deutsch. Danach war er bis zu seiner Pensionierung Direktor am Real-Gymnasium Schoren. Aus dieser Zeit fiel ihm eine lustige Anekdote eines Schülers ein. Jeder sollte seine Lieblingsbeschäftigung aufschreiben – einer schrieb: “Lieblingsbeschäftigung: Stehen. In Klammer: im Mittelpunkt”.

Dialektwörter
Eine Vorliebe für den langjährigen Dornbirner Pädagogen ist auch das Sammeln alter Dialektwörter. Damit die alten Ausdrücke nicht in Vergessenheit geraten, hielt er allesamt fest. Sie wurden im Rahmen der Dornbirner Schriftenreihe veröffentlicht. “Ich habe vieles festgehalten, damit unsere Enkelkinder ihren Kindern noch etwas vom Dornbirner Dialekt weitergeben können”, sagt Bohle, “und damit die jungen Menschen auch heute noch wissen, was “arlidö”, “freta” oder “schlabucha” heißt. Die Kinder müssen wachsen, auch wenn ich ständig schrumpfen muss”, fügt er noch mit einem Lächeln hinzu.

Interesse an Kultur
Viele kennen Albert Bohle auch als Kulturreferent der Stadt Dornbirn. Dieses Amt hatte er zehn Jahre lang inne. Kulturfahrten organisieren gehörte zu seinen Hobbys. “Da wollte ich gar nicht so weit wegfahren”, erzählt er, “meistens ging es in die Nachbarländer, in den Süddeutschen Raum, in die Schweiz oder nach Norditalien, viel weiter weg wollte ich eigentlich nicht,” ergänzt der heute noch kulturinteressierte Senior. In Tätigkeiten beim Kriegsopferverband und bei der Seniorenzeitschrift “Stubat” ist er heute noch eingebunden. Er kann sich seit seiner Pensionierung nicht an einen einzigen Tag erinnern, an dem er Langeweile hatte. Die Tugend der Bescheidenheit hat ihn bis ins hohe Alter begleitet. “Nimm dich nicht so wichtig” – dieser Ausspruch von Pabst Johannes XXIII hat mich so angesprochen, dass ich ihn selbst zum Lebensgrundsatz gemacht habe.”

Senioren-Nachmittag
Bei einem Senioren-Nachmittag im Pflegeheim an der Lustenauer Straße gab Dr. Albert Bohle Anekdoten “us Doarobioro” zum Besten. Zur Freude der Hatler Senioren trug er auch das Mundartgedicht über das “Doarobiorar Spitol” vor. Dabei musste er die alten Ausdrücke nicht erklären – seine Zuhörer waren jene Leute, die in dieser Zeit in Dornbirn groß geworden sind. Und alle kennen ihn nur zu gut – “dean Bou, dean mächtigo, dean ma anebout heat – so prächtig”, so beschreibt Albert Bohle in den ersten Zeilen das Dornbirner Spital. Er erheiterte diesen Senioren-Nachmittag mit vielen lustigen Anekdoten und Geschichten von damals. (EH)

Zur Person
Prof. Dr. Albert Bohle
geb. 1927
Familie: verheiratet mit Gertrud, 4 Kinder, 3 Enkelkinder
Beruf: Direktor am Real-Gymnasium Schoren i. R.
Wohnort: Dornbirn
Hobbys: Dornbirner Urdialekt pflegen, Anekdoten festhalten, Alte Geschichten wach halten, Garten
Lebensmotto: “Sich selbst nicht so wichtig nehmen”

Radetzkystraße,Dornbirn, Austria

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