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Analyse der Jobmesse 2018 belegt Fachkräftemangel

Eine Analyse der Jobangebote und Jobprofile bei der Jobmesse im vergangenen Jahr unterstreicht den Engpass am Wirtschaftsstandort eindeutig und zeigt die zunehmende Dringlichkeit.
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„Der Fachkräftemangel ist mittlerweile sehr akut und nimmt bedenkliche Ausmaße an.“ Eine aktuelle Auswertung der gemeinsamen Jobmesse von IV und FHV aus dem Jahr 2018 unterstreicht laut Mathias Burtscher, Geschäftsführer der IV-Vorarlberg, den sehr akuten Handlungsbedarf: „Es häufen sich immer mehr die verzweifelten Gesichter von Personalverantwortlichen, weil sie die notwendigen Fachkräfte, insbesondere mit technischen und IT-Kompetenzen, nicht ausreichend besetzen können.“ Bereits der Anstieg von 90 auf 105 Ausstellern und die lange Warteliste an Unternehmen, die an der Jobmesse teilnehmen wollten, zeigen den deutlich verstärkten Bedarf der Unternehmen. Die Unternehmen stocken erfreulicherweise nach wie vor gerade in den technischen und kaufmännischen Berufen ihren Personalstand deutlich auf. Das ist für potent­ielle Mitarbeiter positiv und es bieten sich sehr attraktive Karrieremöglichkeiten. Gleichzeitig stellt der Wettbewerb um gut ausgebildete und motivierte Arbeitskräfte die Unternehmen aber vor immer größere Herausforderungen und droht negative Konsequenzen zu haben.

Verdoppelung offener Jobs

Alleine die 102 Unternehmen und Organisationen, die an der letztjährigen Jobmesse teilnahmen, hätten über 2700 Einstellungen auf den unterschiedlichen Ausbildungsniveaus vornehmen können, insbesondere in den Bereichen IT und Technik, heuer sind es noch mehr. Das ging aus der Analyse der konkreten Jobprofile der Jobmesse, aus den Karriereportalen der Unternehmen und aus den Gesprächen mit den Personalverantwortlichen vor Ort hervor. Auf alle Betriebe in Vorarlberg gerechnet war das noch eine höhere Zahl. Noch gar nicht hinzugerechnet waren über 1000 Jobs, die über vier Personalvermittlungsbüros bei der Jobmesse im vergangenen Jahr angeboten wurden. Bei der vorherigen Jobmesse im Jahr 2017 wurden von den 90 ausstellenden Unternehmen über 1000 Jobs angeboten. Die Anzahl hat sich daher in einem Jahr mehr als verdoppelt – ein klares Indiz für den steigenden Fachkräfte­mangel.

Dass auch viele Unternehmen in den angrenzenden Regionen um Arbeitskräfte aus Vorarlberg buhlen, verschärft die Situation zudem. Bei der Jobmesse selber lag der Fokus im vergangenen Jahr auf Vorarlberger Unternehmen (Anm.: 90 Aussteller kamen aus Vorarlberg, 3 aus Restösterreich, 4 aus der Schweiz, 2 aus Deutschland, 3 aus Liechtenstein).

IT gleichauf mit Technik

Gefragt nach den Einsatzbereichen, in denen neue Mitarbeiter gesucht wurden, fielen 19 % der Nennungen auf Qualifikationen mit IT-Hintergrund. Nachgefragt waren hier vor allem Mitarbeiter mit Ausbildung und Praxis im Bereich Programmierung, Big Data, SAP, Software, Hardware und Datenbanken. Dieser Wunsch nach IT-Kräften geht quer durch alle Branchen des gesellschaftlichen Lebens. Ebenso viele Nennungen (19 %) der ausstellenden Unternehmen gingen in klassisch technische Bereiche wie Produktion, Fertigung, Montage, CNC, Engineering, Mechatronik, Konstruk­tion oder Robotik. Das heißt die Nachfrage nach IT-Kräften hat vergangenes Jahr erstmals die Nachfrage nach klassisch technischen Berufen eingeholt und zeigt den digitalen Trend am Arbeitsmarkt klar auf.

An dritter Stelle der meistgenannten Einsatzbereiche, in denen neue Mitarbeiter gesucht wurden, sind kaufmännische Berufe wie etwa Controller, Steuerberater oder Buchhalter. Rund 13% der Nennungen fielen in diesen Bereich. An vierter Stelle gaben die Unternehmen an, Mitarbeiter aus den Bereichen Forschung, Entwicklung, Produktmanagement und -entwicklung zu suchen (11%). Auch Mitarbeiter in den Bereichen Projektmanagement, Prozessmanagement, Business Development sind mit ebenfalls 11 % sehr gefragt. Es folgten Nennungen im Bereich Vertrieb/Verkauf (10 %) und Marketing/Kommunikation/Grafik (6 %). Die weiteren Nennungen teilen sich in die Bereiche Soziales/Gesundheit/Pflege (4 %), Einkauf (3%), Logistik (2 %) und Sonstige (3%).

Initiativen reichen nicht

„Die Summe der Mitarbeiter, die in den Bereichen IT, Technik und Forschung gesucht werden, haben bereits im vergangenen Jahr über die Hälfte aller Nennungen ausgemacht. Daher gilt es die Schwerpunkte unseres Bildungs- und Ausbildungssystems noch stärker auf die MINT-Fähigkeiten – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – zu legen. Die aktuellen Initiativen sind nett, aber keinesfalls ausreichend. Um dem Fachkräftemangel in Vorarlberg entgegenzuwirken, muss es uns zudem gelingen, das große Potenzial an noch nicht berufstätigen Frauen zu nutzen. Weiters müssen wir für die uns abhanden gekommenen Grenzgänger und die Exil-Vorarlberger attraktiver werden. Am Ende des Tages werden wir in Zukunft aber noch viel stärker auf eine qualifizierte Zuwanderung angewiesen sein. Und dazu werden wir die Marke Vorarlberg stärken müssen“, so Burtscher bei der Analyse der nackten Zahlen. Das ist auch der Hauptgrund, warum sich die IV für eine gezielte offensive Vorwärtsstrategie einsetzt und mit „Vorarlbergs urbaner Weg“ konkrete Lösungsaufsätze aufgezeigt hat.

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