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Rankweil (VN) - Vier Maturanten der HTL Rankweil stecken derzeit ihre Energie in ein ambitioniertes Projekt: die Sanierung der eigenen Schule.
Energie-Projekt der HTL Maturanten

Wohlfühlatmosphäre versprüht das Gebäude nicht gerade. Die HTL Rankweil zeigt sich auch bei Sonnenschein grau in grau. „Seit fünf Jahren gehen wir in diese Schule und der Betonklotz stört uns jeden Tag“, formuliert es der 20-jährige Kevin Kees. „Der Zustand des Gebäudes stimmt einfach nicht mit dem überein, was wir im Unterricht lernen“, schließt Manuel Mangold an.

 

90 Prozent weniger Heizkosten

Mit ihrem Maturaprojekt haben sie sich deshalb gemeinsam mit den Klassenkameraden Maximilian Streiter und Markus Langler der Verbesserung der Energiebilanz der eigenen Schule verschrieben. Aus dem energieverschlingenden Stahlbetonbau aus den Siebzigern soll ein Plus-Energiegebäude werden. Ihre Vorschläge: Die Wände dämmen, Photovoltaikanlagen auf derzeit ungenutzte riesige Dachflächen stellenund mit Holzbauweise gleich noch die Aufenthaltsqualität verbessern. Insgesamt könnten 90 Prozent der Heizenergie eingespart und mehr Strom als für die Schule nötig produziert werden.

Das Biomassekraftwerk der Schule, das derzeit nicht einmal das ganze Gebäude heizen kann, hätte nach der Sanierung Energie für 50 Einfamilienhäuser übrig. Durch eine neue Komfortlüftung könnte konstant frische Luft zugeführt, der Energieverbrauch reduziert und die Aufmerksamkeit der Schüler erhöht werden. Denn wenn diese unkonzentriert sind, liegt das nicht immer an Schlafmangel, sondern oft an schlecht belüfteten Räumen.

 

Ergebnisse beeindruckend

Ob das Projekt auch in die Realität umgesetzt wird, ist noch offen. „Aber die Ergebnisse sind beeindruckend. Wenn die Pläne fertig sind, wird man gar nicht umhin kommen, sie auch zu realisieren“, zeigt sich Andreas Postner, der als Lehrer das Projekt betreut, optimistisch. Es hat bereits eine Eigendynamik entwickelt. Mit Elan und Überzeugung sind die vier Jugendlichen an der Arbeit. Mindestens 400 Stunden hat jeder schon investiert.

„Wenn wir das bezahlt bekommen würden“, sinniert Lagler. Aber ums Geld geht es dem Quartett eigentlich nicht. „Früher oder später muss man sich einfach damit befassen“, sagt Kees. Denn wie die Alternativen aussehen, darüber ist man sich hier schon länger im Klaren.

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