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"An Guata"! Würde Ihr Magen das vertragen?

Für viel Unverständnis sorgte eine Protestaktion von syrischen Flüchtlingen in Dornbirn.
Für viel Unverständnis sorgte eine Protestaktion von syrischen Flüchtlingen in Dornbirn. ©Roland Paulitsch
Nach den Flüchtlingsprotesten in Dornbirn: Ein Kommentar von VOL.AT-Chefredakteur Marc Springer. 

Die Diskussion wird emotional geführt und eine verbale Abrüstung wäre zu empfehlen. Auslöser für die Aufregung war ein friedlicher Protest von syrischen Flüchtlingen am Montag, die sich über angeblich “schlechte Lebensmittel” beschwerten. Mit Transparenten, bei denen sich noch die Frage stellt, wer diese übersetzt – man darf Google Translate vermuten – und geschrieben hat, machten die Flüchtlinge auf ihren Unmut aufmerksam. Das kam beim Gros der Bevölkerung und vor allem auch bei der Heimatpartei FPÖ nicht gut an. Dieter Egger skandiert umgehend in einem Post: “Es reicht!” und bläst in das populistische Füllhorn. Im gleichen Atemzug wurde den Flüchtlingen Undankbarkeit und mangelnde Wertschätzung unterstellt. Zu Recht? Nein. Denn jeder Flüchtling ist in erster Linie froh, dass er in Österreich eine sichere Zuflucht gefunden hat, ohne um sein Leben fürchten zu müssen.

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Dass die Unzufriedenheit der Asylwerber in einem Protest gemündet ist, führt die stellvertretende Klubobfrau der Vorarlberger Grünen, LAbg. Nina Tomaselli, auf einen Lagerkoller zurück. Nach einem Lokalaugenschein stellt Tomaselli fest, dass die Menschen bemüht sind, ihr Quartier sauber zu halten: “Die Sanitäranlagen werden von den Flüchtlingen selbst fünfmal täglich gereinigt.” Es ist wichtig, dass die Flüchtlinge auch in die Verantwortung genommen werden und sich selbst engagieren. Das sorgt für zusätzliche Akzeptanz und Verständnis in der Bevölkerung.

Es stellt sich jedoch die Frage: Ist das Essen wirklich schlecht? Ohne es probiert zu haben, behaupte ich Nein. Lasagne. Gulasch. Reispfannen. Das hört sich für unseren Magen doch alles nicht so schlecht an. Doch muss man bedenken: Wer schon einmal im orientalischen Raum unterwegs war, wird wissen, dass die Umstellung den heimischen Magen schnell aus dem Gleichgewicht bringen kann. Und das ist sicher auch umgekehrt der Fall.

Natürlich ist das erste menschliche Bedürfnis, dass der Magen gefüllt ist. Das zweite, dass es auch schmeckt. Grundsätzlich ist das zu verstehen. Man stelle sich vor, wir müssten uns von heute auf morgen vornehmlich von Falafel und Kichererbsen oder ähnlichem ernähren, gewürzt mit Curry, Thymian und Zimt. Auch wenn Bedürfnis I. damit befriedigt wäre, würden unsere Gedärme wohl früher oder später rebellieren. Es ist anzunehmen, dass es den Flüchtlingen gleich geht.

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Das Hauptproblem liegt daher wohl in der Kommunikation zwischen Flüchtlingen und dem privaten Flüchtlingsbetreuer ORS. Würde man hier miteinander entsprechend reden, hätten diese Probleme wohl schon leicht im Vorfeld besprochen und aus der Welt geschafft werden können. Das gilt für beide Seiten gleichermaßen. So ist die Situation aus dem Ruder gelaufen und sorgt für Missstimmung in der Bevölkerung. Und das ist das Schlechteste in der derzeitigen Situation. Es treibt einen Keil zwischen die hilfsbereite Bevölkerung und die Asylwerber.

Gefordert sind auch das Land und Innenministern Mikl-Leitner, die die Rahmenbedingungen schaffen müssen, damit Flüchtlinge auch mehr in den Alltag eingebunden werden können. Was spricht dagegen, dass Asylwerber selbst für sich kochen? Wenn die Infrastruktur vorhanden ist oder zur Verfügung gestellt wird, sollte das kein Problem darstellen. Es wäre eine Win-Win-Situation für beide Seiten. VP-Klubobmann Roland Frühstück signalisierte schon, dass er sich so etwas vorstellen könnte.

Doch zurück zur Ursprungsfrage: Ist das Essen wirklich schlecht? Was glauben Sie? Oder würde Ihr Magen die Umstellung auf orientalisches Essen von heute auf morgen vertragen? Falls Sie es ausprobieren möchten, nachfolgend gibt’s ein paar syrische Rezepte aus dem Web. In diesem Sinne: “An guata”!

»Hummus bi Tahina (Kichererbsen-Sesam-Paste) Getestetes Rezept. Mit Fladenbrot als Beilage oder Vorspeise Zutaten für 6 Portionen Zubereitung 1. Die Kichererbsen über Nacht mit reichlich kaltem Wasser bedeckt einweichen. Abgießen, in einen Topf geben und mit frischem Wasser bedecken. Bei schwacher Hitze etwa 3 Std. (bzw. 1 Std. im Dampfkochtopf) zugedeckt kochen, bis sie schön weich sind.«
syrische Hackfleisch Brote – Rezept mit Bild
»Syrisches Lammragout mit Aprikosen Zubereitung Lammkeule von Fett und Sehnen befreien, in Öl anbraten, Zwiebeln würfeln, zugeben, glasig dünsten, mit Salz, Pfeffer, Zimt, Kardamom, Zitronenschale, Cayennepfeffer würzen. Aprikosen abtropfen, Saft zum Fleisch geben, Joghurt mit Mehl verrühren, zugeben, zugedeckt 1 Std. garen. Aprikosen dritteln, zugeben, 5 Min. erwärmen. Hast Du dieses Rezept ausprobiert? Hier markieren.«
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