AMS fordert Umschulungen statt Frühpension

Eine Verschärfung der Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspensionen fordert AMS-Vorstandschef Herbert Buchinger. Der Bruder des SPÖ-Sozialministers trat im "Kurier" für ein "strategisches Investment in die berufliche Rehabilitation" ein.

Gesundheitspolitische Maßnahmen gegen den Verschleiß am Arbeitsplatz, gekoppelt mit rechtzeitigen Umschulungsmaßnahmen für ältere Beschäftigte und Arbeitslose.

Vorbilder seien die Skandinavier, so Buchinger. Es dürfe keiner in die Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension gehen, ohne vorher zu prüfen, ob eine Umschulung möglich und sinnvoll sei, so Buchinger. In den meisten Fällen werde sich dabei herausstellen, dass es möglich ist, die Leute in Beschäftigung zu halten.

Heute sei es leider umgekehrt. Dem AMS seien die Hände gebunden. Wenn jemand seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben könne und daraufhin weniger als die Hälfte eines Durchschnitts-Arbeitnehmers seiner Branche verdienen würde, habe er oder sie Rechtsanspruch auf die Invaliditätsrente. “Genau das gehört umgedreht”, so Buchinger. Arbeit müsse rechtlich Priorität vor der Frühverrentung bekommen. Wenn durch eine Umschulung mehr als die Hälfte des Einkommens erhalten werden könne, dann müsste es eine gesetzliche Pflicht zu dieser Umschulung geben.

Buchinger schwebt dazu eine Kooperation mit den Krankenkassen vor, denn diese hätten die Krankenstands-Daten. So wäre die rechtzeitige Re-Qualifizierung Älterer möglich. “Die teuerste Lösung für das Gesamtsystem ist immer die Frühverrentung. Arbeitsmarktförderungen kommen viel billiger, weil die Erwerbsleben verlängert werden können”, so Buchinger. 2007 habe das AMS 100 Mio. Euro für Förderungen für Ältere ausgegeben, dies sei gut investiert gewesen. Von der immens teuren Altersteilzeit – sie kostet der öffentlichen Hand mehr als 400 Millionen Euro – hält Buchinger wenig bis gar nichts.

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